Alexandra. Du magst ihr alles noch so deutlich erklären – sie wird dich nie begreifen, wie ich nicht, und wie die ganze Welt nicht begreift, daß man sich um fremde Leute kümmern und seine eigenen Kinder im Stich lassen muß. Das mach mal deiner Frau begreiflich!
Nikolai. Auch Mascha wird mich sicher einst verstehen. Und, nimm es mir nicht übel, Aline, aber wenn hier keine fremden Einflüsse mitwirkten, denen sie sehr leicht unterliegt, würde sie mich schon verstehen und mit mir gehen.
Alexandra. Um ihre Kinder zugunsten des trunkenen Jefim und Konsorten zu verstoßen? Niemals! Du wirst mir deswegen böse sein, aber verzeih mir, ich kann nicht anders, ich muß dir das sagen.
Nikolai. Ich bin dir nicht böse. Im Gegenteil, ich freue mich, daß du alles ausgesprochen hast und mir dadurch Veranlassung gibst, ihr unumwunden meine Meinung zu sagen. Ich habe unterwegs alles überlegt und werde es ihr sofort sagen, und du sollst sehen, daß sie mir beistimmt, weil sie gut und verständig ist.
Alexandra. Das möchte ich doch bezweifeln.
Nikolai. Nein, es ist ganz sicher. Es handelt sich doch nicht um etwas, das ich mir ausgedacht habe, sondern um das, was wir alle wissen, was Christus uns geoffenbart hat.
Alexandra. Ja, deiner Auffassung nach hat Christus das geoffenbart, meiner Meinung nach etwas anderes.
Nikolai. Das kann nicht sein.
(Geschrei bei den Tennisspielern. Ljuba: »Out!« Wanja: »Nein, wir haben nichts gesehen.« Lisa: »Ich hab’s gesehen, dort ist der Ball niedergefallen.« Ljuba: »Out! Out! Out!« Wanja: »Ist nicht wahr!« Ljuba: »Erstens ist es nicht fein, zu sagen: es ist nicht wahr.« Wanja: »Und erst recht nicht fein, die Unwahrheit zu sagen.«)
Nikolai (fortfahrend). Wart einen Augenblick; sag einmal nichts dagegen, sondern hör mich an.