Maria. Bitte sehr. Ich rechne Sie zur Familie, besonders jetzt.
Fürstin. Dann möchte ich Ihnen raten, offen und ehrlich Ihre Forderungen auszusprechen und sich mit ihm zu einigen, bis zu welcher Grenze …
Maria (erregt). Da gibt es keine Grenzen! Alles will er fortgeben! Verlangt, daß ich in meinen Jahren Köchin, Wäscherin werde.
Fürstin. Nicht möglich! Das ist allerdings erstaunlich!
Maria (zieht einen Brief aus der Tasche). Wir sind allein und ich freue mich, daß ich Ihnen alles sagen kann. Gestern hat er mir diesen Brief geschrieben. Ich will ihn Ihnen vorlesen.
Fürstin. Was? Er lebt mit Ihnen unter einem Dach und schreibt Ihnen Briefe? Sonderbar.
Maria. Nein, das verstehe ich schon. Er regt sich beim Reden immer so sehr auf. Ich fürchte nächstens für seine Gesundheit.
Fürstin. Was schreibt er denn?
Maria. Also: (Liest.) »Du machst mir den Vorwurf, ich zerstörte unser früheres Leben, setzte aber nichts Neues an die Stelle, und sagte nicht, wie ich mit der Familie zurechtkommen wollte. Wenn wir das mündlich erörtern, regen wir uns zu sehr auf – deswegen schreibe ich dir. Warum ich nicht so weiterleben kann, wie bisher, habe ich schon oft gesagt; dich überzeugen, daß man so nicht leben darf, sondern christlich leben muß – vermag ich brieflich nicht. Dir steht eins von beiden frei: entweder glaubst du der Wahrheit und gehst aus freien Stücken mit mir, oder du vertraust mir und folgst mir nach.« (Sie unterbricht die Lektüre.) Ich kann weder das eine noch das andere. Ich glaube nicht an die Notwendigkeit: so zu leben, wie er will; die Kinder tun mir leid, ich kann ihm hierin nicht vertrauen. (Sie liest weiter.) »Mein Plan ist folgender: Wir geben all unser Land den Bauern und behalten nur fünfzig Morgen, den Garten, das Gemüseland und die Rieselwiesen. Dann wollen wir sehen, daß wir das Land selbst bestellen, ohne uns oder den Kindern Zwang anzutun. Das Land, das wir behalten, kann uns immerhin fünfhundert Rubel abwerfen.«
Fürstin. Eine Familie mit sieben Kindern soll von fünfhundert Rubeln leben? Das ist unmöglich.