Weib. Ich werd’ dich kriegen! (Sie sieht den Herrn.) Ah, grüß Gott, Väterchen Nikolai Iwanowitsch. Ist das ein Leiden hier! Alles muß ich allein besorgen; hab’ schon keine Kraft mehr. Und da wirft man den letzten, der noch arbeitet, ins Gefängnis. Der Taugenichts aber räkelt sich da herum.

Nikolai. Was redest du! Er ist doch krank.

Weib. Schön krank! Bin ich nicht krank? Wenn’s an die Arbeit geht, ist man krank. Aber faulenzen und mir die Zöpfe ausreißen – das kann er. Soll er doch verrecken wie ein Hund; was schert’s mich!

Nikolai. Das ist Sünde! Fühlst du das nicht?

Weib. Ich weiß, daß es Sünde ist, kann aber mein Herz nicht zwingen. Trag’ ein Kind im Leib und arbeite für zwei. Die andern Bauern haben abgeerntet; bei uns sind zwei Viertelmorgen noch nicht gemäht. Ich müßte Garben binden, kann aber nicht. Bin zu Hause nötig, muß nach den Kindern sehen.

Nikolai. Den Hafer will ich mähen lassen durch Arbeiter, und binden auch.

Weib. Das Binden ist nicht schlimm – das besorge ich selbst; wenn nur erst gemäht ist. Was glauben Nikolai Iwanowitsch, muß er wohl sterben? Geht ihm doch sehr schlecht.

Nikolai. Ich weiß nicht. Gewiß steht es schlecht mit ihm. Ich denke, man bringt ihn ins Krankenhaus.

Weib. Ach Herrgott! (Sie beginnt laut zu weinen.) Bring ihn nicht fort, laß ihn hier sterben. (Zu ihrem Manne.) Was hast du?

Iwan. Ins Krankenhaus will ich. Hier hab’ ich’s schlimmer als ein Hund.