Maria. Durchaus nicht; ich habe Pater Wassili gern und rechne ihn zur Familie. Habe mich auch oft mit ihm beraten – leider besitzt er, infolge seiner Jugend, zu wenig Autorität.
Pater Gerassim. Gewiß, natürlich.
Alexandra (näher tretend). Sie sehen also, Pater Gerassim, wie die Dinge hier liegen. Sie allein können helfen und ihn zur Vernunft bringen. Er ist sonst so klug und gelehrt; aber Sie wissen, daß Gelehrsamkeit oft nur Schaden anrichtet. Ganz allmählich hat sich bei ihm eine Art geistiger Trübung entwickelt. Er behauptet, dem Christentum zufolge dürfe man kein Eigentum besitzen. Kann das sein?
Pater Gerassim. Willkür, Überhebung, Lug und Trug! Die Kirchenväter haben die Frage längst entschieden. Aber wie hat es nur so weit kommen können?
Maria. Wenn ich Ihnen alles erzählen soll, so war er zunächst, als wir heirateten, völlig gleichgültig gegen jede Religion. So lebten wir in bestem Einvernehmen die ersten zwanzig Jahre. Dann begann er zu grübeln. Vielleicht beeinflußte seine Schwester ihn, oder die Lektüre – jedenfalls grübelte er viel, las das Evangelium und wurde dann plötzlich sehr religiös, ging in die Kirche und suchte Mönche auf. Dann warf er das alles plötzlich beiseite, änderte seine ganze Lebensweise, verrichtete alle Arbeit, ließ sich nicht mehr bedienen und beginnt jetzt sogar sein Hab und Gut zu verteilen. Gestern hat er ein großes Stück Wald verschenkt. Ich habe Angst wegen der sieben Kinder. Sprechen Sie mit ihm. Ich werde ihn fragen, ob er Sie sehen will. (Sie geht ab.)
Elfter Auftritt.
Die Vorigen ohne Maria Iwanowna.
Pater Gerassim. Groß ist heutzutage die Zahl der Abtrünnigen! Gehört die Besitzung ihm oder der Frau?
Fürstin. Ihm. Das ist ja das Leiden.
Pater Gerassim. Und welchen Rang bekleidet er?