Ein Diener (bringt Frühstück und Wein).
Pater Gerassim. Angenehme Witterung. Für die Ernte sehr günstig.
Nikolai. Ich nehme an, Sie sind auf Veranlassung meiner Schwägerin in der Absicht gekommen, mich von meinen Verirrungen zu befreien und mich wieder auf den wahren Weg des Heils zurückzuführen. Wenn das der Fall ist, wollen wir nicht wie die Katze um den heißen Brei herumgehen, sondern uns sofort ans Werk machen. Ich leugne nicht, daß ich mit der Kirchenlehre nicht übereinstimme. Es war einmal der Fall: später wurde ich anderer Meinung. Doch wünsche ich von ganzer Seele die Wahrheit kennen zu lernen und nehme sie sofort an, wenn Sie sie mir zeigen.
Pater Gerassim. Wie können Sie sagen, daß Sie der Kirchenlehre nicht glauben? Woran glauben Sie, wenn nicht an die Kirche?
Nikolai. Ich glaube an Gott und sein Gebot, das uns im Evangelium gegeben ist.
Pater Gerassim. Das lehrt auch die Kirche.
Nikolai. Wenn sie es täte, würde ich ihr glauben; sie lehrt aber gerade das Gegenteil.
Pater Gerassim. Sie kann nicht das Gegenteil lehren, weil sie von dem Herrn selbst bestätigt ist. Es heißt: »Euch ist die Macht gegeben … und auf diesen Felsen will ich meine Gemeine bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.«
Nikolai. Das hat damit nicht das geringste zu tun. Aber selbst zugegeben, daß Christus eine Kirche gegründet hat – woher weiß ich denn, daß diese Kirche gerade Ihre ist?
Pater Gerassim. Weil es heißt: »Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.«