Pater Gerassim. Man muß aber auch wissen, worauf sich solche Worte beziehen.

Nikolai. Ich bemühe mich darum. Alles, was in der Bergpredigt steht, ist durchaus einfach und verständlich.

Pater Gerassim. Das sagt Ihr Hochmut.

Nikolai. Wieso Hochmut? Heißt es doch: Was den Weisen verborgen ist, wird den Unmündigen offenbar.

Pater Gerassim. Den Sanftmütigen, von Herzen Demütigen, aber nicht den Hochmütigen.

Nikolai. Wer ist denn hier hochmütig? Ich, der ich mich für genau solchen Menschen halte wie alle anderen, und der deswegen genau wie alle anderen von seiner Hände Arbeit in ebensolcher Not wie die Brüder leben will – oder diejenigen, die sich als besondere Wesen, als Heilige betrachten, die im alleinigen Besitz der Wahrheit sich nicht irren können und die Worte Christi nach ihrer Art auslegen?

Pater Gerassim (gekränkt). Verzeihen Sie, Nikolai Iwanowitsch, ich hin nicht hergekommen, um mit Ihnen darüber zu streiten, wer von uns beiden recht hat, und auch nicht, um Belehrungen entgegenzunehmen, sondern ich bin auf Bitten Alexandra Iwanownas gekommen, um mit Ihnen über verschiedene Dinge Rücksprache zu nehmen. Sie wissen aber alles besser, deswegen schließe ich lieber die Unterredung. Nur möchte ich Sie zu guter Letzt im Namen Gottes noch einmal bitten: kommen Sie zur Besinnung; Sie sind in schrecklichem Irrtum befangen und richten sich zugrunde. (Er erhebt sich.)

Maria. Wollen Sie nicht etwas frühstücken?

Pater Gerassim. Nein, danke. (Er geht mit Alexandra Iwanowna ab.)

Dreizehnter Auftritt.