Alexandra. Du? Ihn zurückhalten, sagen, daß es nicht so weitergeht. Du hast Kinder! Was bekommen die für ein Beispiel!

Maria. Gewiß ist es schwer; aber ich ertrage alles in der Hoffnung, daß es vergehen wird, wie die früheren Schwärmereien.

Alexandra. Sehr schön, aber es heißt: hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Man muß ihm zu verstehen geben, daß er nicht allein in der Welt ist, und daß man so nicht leben kann.

Maria. Das Schlimmste ist, daß er sich nicht mehr um die Kinder kümmert. Ich muß alles allein besorgen. Dabei habe ich das Kleine und die Älteren, Mädchen und Knaben, die Aufsicht und Leitung verlangen. Alles fällt mir zu. Früher ein so zärtlicher, besorgter Vater – jetzt ist ihm alles gleich. Ich sagte ihm gestern, daß Wanja nicht lernt und sicher wieder durchs Examen fällt; da meinte er, es wäre viel besser, wenn er das Gymnasium ganz verließe.

Semjonowitsch. Was soll er denn anfangen?

Maria. Nichts. Das ist ja das Schreckliche, daß er alles verurteilt, selbst aber nicht sagt, was man tun soll.

Semjonowitsch. Sonderbar, sehr sonderbar.

Alexandra. Wieso sonderbar? Ist doch die gewöhnliche Art der Männer: alles zu verurteilen und selbst nichts zu tun.

Maria. Stefan hat jetzt sein Studium beendet und muß sich für eine Karriere entscheiden – der Vater sagt ihm nichts. Anfangs wollte er in eine Ministerialkanzlei eintreten, aber Nikolai Iwanowitsch meinte, das sei eine überflüssige Tätigkeit; dann wollte der Junge zur Garde – das verwarf der Vater gänzlich. Schließlich fragt er ihn: was soll ich denn eigentlich anfangen? Etwa pflügen? Da antwortet Nikolai Iwanowitsch: warum nicht pflügen? Das ist weit nützlicher als in der Kanzlei hocken. Also was soll er tun? Kommt natürlich zu mir, und ich muß die Entscheidung treffen. Dabei hat er als Vater alles in Händen.

Alexandra. Das muß man ihm offen sagen.