General und Oberst.
General (setzt sich). Nein, Herr Oberst, das ist nicht das richtige. Mit solchen Burschen muß man anders umspringen. Da heißt es energisch eingreifen, das kranke Glied schleunigst entfernen. Ein räudiges Schaf steckt die ganze Herde an. Zarte Rücksichten sind hier nicht angebracht; daß er Fürst ist, und eine Mutter und Braut hat, geht uns gar nichts an. Für uns ist er Soldat, und wir haben den Willen unseres allerhöchsten Vorgesetzten zu erfüllen.
Oberst. Ich bin der Meinung, daß man ihn durch Zureden leichter schwankend macht.
General. Ganz und gar nicht. Bestimmtheit, nur Bestimmtheit. Habe mit solchen Burschen schon zu tun gehabt. Der Mann muß fühlen, daß er ein Nichts, ein Sandkorn unter einem Wagen ist, der dadurch nicht aufgehalten wird.
Oberst. Ja, man muß die Sache untersuchen.
General (gerät allmählich in Wallung). Ach was, untersuchen. Ich habe nichts zu untersuchen. Ich diene meinem Kaiser seit vierundvierzig Jahren, bin diesem Dienst mit Leib und Seele ergeben, und nun kommt plötzlich so ein Bürschchen und will mich belehren und mir den Bibeltext lesen. Mag er sich mit Pfaffen darüber zanken, für mich ist er Soldat oder Arrestant. Damit basta.
Boris (erscheint, von zwei Soldaten eskortiert).
Adjutant und Schreiber (hinter ihm).
Fünfter Auftritt.
Die Vorigen. Boris mit zwei Eskortesoldaten, Adjutant und Schreiber.