Lisa: Ja, wir waren sehr befreundet (sie wirft einen schüchternen Blick auf Anna Dmitrijewna) und sind auch jetzt befreundet. (Zu Anna Dmitrijewna:) Ich hatte es in keiner Weise erwartet, daß Sie den Wunsch hätten, mich zu sehen.

Anna Dmitrijewna: Ich habe Ihren Mann gut gekannt. Er war mit Viktor befreundet und verkehrte vor seiner Übersiedlung nach Tambow in unserem Hause. Ich glaube, dort hat er Sie geheiratet?

Lisa: Ja, dort haben wir uns geheiratet.

Anna Dmitrijewna: Aber nachher, als er wieder nach Moskau gezogen war, hat er nicht mehr bei mir verkehrt.

Lisa: Nein, er hat fast nirgends verkehrt.

Anna Dmitrijewna: Und so hat er mich denn auch nicht mit Ihnen bekannt gemacht. (Unbehagliches Stillschweigen.)

Fürst Abreskow: Das letztemal traf ich mit Ihnen bei Denisows zusammen, bei einer Liebhabervorstellung. Es war sehr nett dort. Sie spielten auch mit.

Lisa: Nein ... ja ... gewiß ... ich erinnere mich. Ich spielte mit. (Wieder Stillschweigen.) Anna Dmitrijewna, verzeihen Sie mir, wenn Ihnen das, was ich sagen werde, unangenehm sein sollte; aber ich kann mich nicht verstellen, ich verstehe das nicht. Ich bin hergekommen, weil mir Viktor Michailowitsch sagte ... weil er ... das heißt, weil Sie den Wunsch hatten, mich zu sehen ... aber es wird das beste sein, wenn ich alles sage ... (Sie fängt an zu schluchzen.) ... Es ist mir sehr peinlich ... aber Sie sind so gut.

Fürst Abreskow: Ich werde lieber gehen.

Anna Dmitrijewna: Ja, gehen Sie!