Lisa: Ich habe darüber nachgedacht.

Anna Dmitrijewna: Lisa, liebes Kind, Sie sind eine verständige, gute Frau. Wenn Sie ihn wahrhaft lieben, so müssen Sie doch mehr sein Glück wünschen als Ihr eigenes. Wenn es aber so ist, so werden Sie ihn nicht binden wollen und nicht schuld daran werden wollen, daß er es später bereut. Obgleich er es nicht sagen wird, es niemals sagen wird.

Lisa: Das weiß ich, daß er es nicht sagen wird. Ich habe darüber nachgedacht und mir diese Frage vorgelegt. Ich habe darüber nachgedacht und es ihm gesagt. Aber was kann ich tun, wenn er mir erwidert, daß er ohne mich nicht leben mag? Ich habe gesagt: „Wir wollen Freunde sein; aber richten Sie sich Ihr Leben für sich ein, und verknüpfen Sie nicht Ihr reines Leben mit meinem unglücklichen.” Aber er will nicht.

Anna Dmitrijewna: Ja, jetzt will er nicht.

Lisa: Überreden Sie ihn, von mir abzulassen! Ich bin damit einverstanden. Ich liebe ihn um seines, nicht um meines Glückes willen. Nur helfen Sie mir, und hassen Sie mich nicht! Lassen Sie uns beide, voller Liebe, auf sein wahres Wohl bedacht sein!

Anna Dmitrijewna: Ja, ja, ich habe Sie liebgewonnen. (Sie küßt sie. Lisa bricht in Tränen aus.) Aber trotzdem, trotzdem ist das alles so schrecklich. Hätte er Sie damals liebgewonnen, als Sie noch nicht verheiratet waren ...

Lisa: Er sagt, er habe mich schon damals geliebt, habe aber das Glück seines Freundes nicht stören wollen.

Anna Dmitrijewna: Ach, wie schrecklich das alles ist! Aber wir wollen einander trotz alledem liebhaben, und Gott wird uns helfen, zum Ziele unserer Wünsche zu gelangen.

Neunter Auftritt

Anna Dmitrijewna, Lisa und Viktor.