Anna Dmitrijewna, Karenin, Lisa (die in andern Umständen ist), die Kinderfrau mit dem Kinde.

Lisa: Jetzt fährt er schon vom Bahnhof im Wagen hierher.

Der Knabe: Wer fährt?

Lisa: Der Papa.

Der Knabe: Papa fährt schon vom Bahnhof im Wagen hierher!

Lisa: C'est étonnant, comme il l'aime, tout-à-fait comme son père.

Anna Dmitrijewna: Tant mieux! Se souvient-il de son père véritable?

Lisa: Ich spreche nie mit ihm von diesem. Ich denke, wozu soll ich ihm den Kopf wirr machen? Manchmal aber denke ich wieder, ich müßte es ihm eigentlich doch sagen. Was meinen Sie, Mama?

Anna Dmitrijewna: Ich meine, Lisa, das ist Sache des Gefühls, und wenn du dich deinem Gefühle überläßt, so wird dein Herz dir schon zuflüstern, was du ihm sagen sollst und wann. In wie wunderbarer Weise doch der Tod versöhnend wirkt! Ich muß gestehen, es hat eine Zeit gegeben, wo er, Fedja (ich habe ihn ja gekannt, als er noch ein Kind war), für mich etwas Unangenehmes hatte; aber jetzt erinnere ich mich seiner nur als eines liebenswürdigen jungen Mannes, als eines Freundes von Viktor und als jenes leidenschaftlichen Menschen, der, ob auch in gesetzwidriger, nicht religiöser Weise, sich selbst für diejenigen zum Opfer brachte, die er liebte. On aura beau dire, l'action est belle... Hoffentlich hat Viktor nicht vergessen, Wolle mitzubringen; meine ist gleich alle. (Sie strickt.)

Lisa: Da kommt er. (Man hört Rädergerassel und Schellengeklingel. Lisa steht auf und tritt an den Rand der Veranda.)