Lisa: Er ist sein vollständiges Ebenbild. Aber Viktor ist mit mir derselben Ansicht, daß, wenn er nur von klein auf richtig erzogen wird ...
Anna Pawlowna: Nun, ich verstehe das alles nicht; ich kann nur sagen: ich vermag nicht an ihn zurückzudenken, ohne daß mir die Tränen kommen.
Lisa: Mir geht es ebenso. Wie er in unserer Erinnerung gewachsen ist!
Anna Pawlowna: Ja, das finde ich auch.
Lisa: Wie schien doch eine Zeitlang alles unlösbar verworren zu sein! Und wie entwirrte sich dann plötzlich alles!
Anna Dmitrijewna: Nun, Viktor, hast du die Wolle mitgebracht?
Karenin: Gewiß, gewiß! (Er nimmt seine Reisetasche und holt allerlei daraus hervor.) Da ist die Wolle, und da die Eau de Cologne, und da die angekommenen Briefe, und da ein amtliches Schreiben an dich. (Er gibt es seiner Frau.) Nun, Anna Pawlowna, wenn Sie Lust haben, sich nach der Fahrt zu waschen, so werde ich Sie führen. Auch ich muß mich säubern; wir essen sogleich zu Mittag. Lisa, ich soll Anna Pawlowna doch wohl in das Eckzimmer im Parterre bringen? (Lisa, die ganz blaß geworden ist, hält das Schriftstück in den zitternden Händen und liest es.)
Karenin: Was ist dir, Lisa? Was steht darin?
Lisa: Er ist am Leben. Mein Gott! Wann wird er mich endlich freigeben?! Viktor! Wie hängt das zusammen? (Sie schluchzt.)