Aber Wasili Andrejitsch gab ihm keine Antwort, sondern trieb das Pferd an: fünf Werst ebenen Weges und davon zwei durch Wald, die hoffte er mit Leichtigkeit zurücklegen zu können, um so mehr da, wie es schien, der Wind sich gelegt und das Schneetreiben nachgelassen hatte.
Sie fuhren wieder auf der glatt gefahrenen Straße zurück, auf welcher hier und da frischer Mist dunkle Flecke bildete, kamen bei dem Gehöft mit der Wäsche vorbei, wo inzwischen das weiße Hemd sich zum Teil losgerissen hatte und nur noch an dem einen steif gefrorenen Ärmel hing, fuhren wieder hinaus zu den unheimlich raschelnden Weidenbäumen und gelangten wieder auf das freie Feld. Das Schneetreiben hatte nicht nachgelassen, sondern war im Gegenteil noch heftiger geworden. Der ganze Weg war verschneit, und nur an den Merkstangen konnte man erkennen, daß man nicht von ihm abgekommen war. Aber auch die Merkstangen auf der vor ihm liegenden Wegstrecke zu unterscheiden war für Wasili Andrejitsch sehr schwierig, weil sie gegen den Wind fuhren.
Wasili Andrejitsch kniff die Augen zusammen, beugte den Kopf nach vorn und hielt Ausschau nach den Stangen; großenteils aber ließ er das Pferd gewähren, da er zu dessen Klugheit viel Vertrauen hatte. Und wirklich kam das Pferd nicht vom Wege ab, sondern ging, bald nach rechts bald nach links biegend, unbeirrt weiter, immer den Krümmungen des Weges folgend, den es unter den Füßen fühlte. Auf diese Art sahen sie fortwährend die Merkstangen, bald zur Rechten bald zur Linken, obgleich der Schneefall und der Wind stärker geworden waren.
So waren sie etwa zehn Minuten gefahren, als sich plötzlich gerade vor dem Pferde etwas Schwarzes zeigte, das sich in dem schrägen Netzwerk des vom Winde getriebenen Schnees bewegte. Das waren Leute, die nach derselben Richtung fuhren. Der Braungelbe hatte sie bald eingeholt und schlug mit den Füßen gegen die Rücklehne des vor ihnen fahrenden Schlittens.
„Fahrt doch vorbei! … he! … fahrt doch vor!“ wurde ihnen aus dem Schlitten in herausforderndem Tone zugerufen.
Wasili Andrejitsch begann vorbeizufahren. In dem Schlitten saßen drei Bauern und ein Weib. Offenbar waren sie auf der Heimfahrt von einem Festbesuche. Einer der Bauern schlug mit einer Gerte das kleine Pferdchen fortwährend auf das Hinterteil. Die beiden andern, die gleichfalls vorn im Schlitten saßen, gestikulierten erregt mit den Armen und schrien etwas. Die Frau, ganz vermummt und mit Schnee bedeckt, saß still im Hinterteil des Schlittens, wie ein Vogel, der seine Federn sträubt.
„Wo seid ihr her?“ schrie Wasili Andrejitsch.
„Aus A…a…a…!“ war nur zu hören.
„Wo ihr her seid, frage ich.“
„Aus A…a…a…!“ schrie einer der Bauern aus Leibeskräften; aber trotzdem war es unmöglich, den Namen des Dorfes zu verstehen.