„Na, dann komm flink her, mein Täubchen,“ sagte Nikita, hielt an, setzte das freudestrahlende Söhnchen seines Herrn in den Schlitten und fuhr auf die Straße hinaus.

Es war zwischen zwei und drei Uhr nachmittags, kalt (zehn Grad), trübe und windig. Auf dem Hofe kam einem die Luft ruhig vor; aber auf der Straße blies ein scharfer Wind: von dem Dache des danebenstehenden Schuppens stiebte der Schnee herunter, und an der Ecke beim Badehause wirbelte er nur so. Kaum war Nikita herausgefahren und hatte das Pferd zur Haustür herumgewendet, als auch schon Wasili Andrejitsch, eine Zigarette im Munde, den mit Tuch überzogenen Schafpelz tief unten mit einem breiten Gurte fest zusammengeschnallt, aus dem Flur auf die Stufen heraustrat, wo der festgetretene Schnee unter seinen Filzstiefeln laut knirschte. Dort blieb er stehen und bog zu beiden Seiten seines rotwangigen, mit Ausnahme des Schnurrbartes rasierten Gesichtes die Ecken des Kragens seines Schafpelzes mit der Pelzseite nach innen, damit das Pelzwerk nicht vom Atem feucht werde.

„Sieh mal an; so ein Racker; sitzt schon drin!“ sagte er, als er sein Söhnchen im Schlitten erblickte, und zeigte beim Lächeln seine weißen Zähne. Wasili Andrejitsch war durch den Branntwein, den er mit seinen Gästen getrunken hatte, in angeregte Stimmung geraten und daher in noch höherem Grade als sonst mit allem, was ihm gehörte, und mit allem, was er tat, zufrieden. Wasili Andrejitschs blasse, magere, schwangere Frau, den Kopf und die Schultern mit einem wollenen Tuche umwickelt, so daß nur ihre Augen zu sehen waren, gab ihm zu seiner Abfahrt das Geleite und stand hinter ihm im Hausflur.

„Wirklich, du solltest Nikita mitnehmen,“ sagte sie und trat schüchtern aus der Tür heraus. Wasili Andrejitsch antwortete nichts und spuckte nur aus. „Du hast eine große Geldsumme bei dir,“ fuhr die Frau in demselben kläglichen Tone fort. „Und wenn nur nicht auch noch ein Unwetter kommt. Wirklich, du solltest es tun.“

„Ach was, kenne ich etwa den Weg nicht, so daß ich durchaus einen Begleiter nötig hätte?“ erwiderte Wasili Andrejitsch; er sprach mit jener besonderen, gekünstelten Anstrengung der Lippen, mit der er gewöhnlich mit Verkäufern und Käufern redete; augenscheinlich fand er an seiner eigenen Redeweise großes Gefallen.

„Aber wirklich, du solltest ihn mitnehmen. Ich bitte dich um Gottes willen!“ sagte die Frau noch einmal und mummte sich auf der einen Seite noch dichter in ihr Tuch ein.

„Sie läßt doch nicht locker. Na, wo soll ich ihn denn im Schlitten lassen?“

„Das wird schon gehn, Wasili Andrejitsch; ich bin bereit,“ sagte Nikita fröhlich. „Nur müßten, wenn ich weg bin, die Pferde gefüttert werden,“ fügte er, zu der Hausfrau gewendet, hinzu.

„Ich werde dafür sorgen, lieber Nikita; ich will Semjon damit beauftragen,“ antwortete die Hausfrau.