»Laßt mich, ich will selbst! Ihr zerreißt mir die Jacke!« schrie das unglückliche Opfer. Aber dieses Geschrei begeisterte uns nur noch mehr; wir vergingen vor Lachen; die graue Jacke krachte in allen Nähten. Wolodja und der ältere Iwin faßten ihn am Kopf und stellten diesen auf die Lexika. Sobald sie sagten: »los!« packten ich und Serjoscha den armen Jungen an den dünnen Beinen, mit denen er unbarmherzig strampelte, schoben die Hosen bis an die Knie in die Höhe und streckten die Beine mit lautem Gelächter aufwärts; der jüngere Iwin hielt den ganzen Rumpf im Gleichgewicht.

Dann, nach diesem lauten Gelächter verstummten wir plötzlich alle, und es wurde so still im Zimmer, daß man nur den schweren Atem des unglücklichen Grap hörte. Mir wurde recht unbehaglich zumute und ich wußte nicht recht, ob das alles wirklich komisch und lustig sei.

Serjoscha beugte sich über die Lexika und fragte in spöttischem Ton: »Das magst du wohl, mein Junge, was?«

»Weshalb quält ihr mich, was habe ich euch getan?« schrie Sascha plötzlich und schluchzte laut. Im selben Augenblick schlug er aus und traf mit dem Hacken Serjoschas Auge.

»Ach, dummer Heulfritze!« rief Serjoscha, die Zähne zusammenbeißend, bedeckte das Auge mit der Hand und stieß mit dem Fuß ein Wörterbuch unter Graps Kopf fort.

»Ihr seid gemeine Tyrannen!« brachte Grap schluchzend heraus und stieß mit dem Kopf auf den Fußboden.

Sobald wir merkten, daß nichts Lächerliches mehr dabei war, ließen wir ihn gleichzeitig los. Er schlug lang auf den Boden, die dünnen Beine klapperten wie Stelzen, er griff nach dem Hals, der beim Fall verrenkt war, stöhnte und weinte und rührte sich nicht.

Diese weinende lächerliche Gestalt mit bloßen Beinen und schmutzigen Stiefelschäften machte uns betroffen; wir schwiegen plötzlich und lächelten gezwungen.

»Altes Weib, Schwachmops!« Serjoscha trat an ihn heran, »versteht nicht einmal Spaß! … Na, nu steh auf,« er berührte ihn mit dem Fuß.