Der Tod erschreckte Koselzow nicht. Er nahm mit schwachen Händen das Kreuz, drückte es an seine Lippen und begann zu weinen.
Sind die Franzosen zurückgeworfen? fragte er mit fester Stimme den Geistlichen.
Der Sieg ist überall den Unsrigen geblieben, antwortete der Geistliche, um den Verwundeten zu trösten. Er verbarg ihm, daß auf dem Malachow-Hügel bereits die französische Fahne wehte.
Gott sei gelobt! rief der Verwundete und fühlte nicht, wie ihm die Thränen über die Wangen rannen.
Der Gedanke an den Bruder blitzte einen Augenblick in seinem Kopfe auf. »Gott gebe ihm ein ebensolches Glück!« dachte er.
XXV
Aber ein solches Geschick erwartete Wolodja nicht. Er lauschte gerade einem Märchen, das ihm Waßin erzählte, als man plötzlich schrie: »Die Franzosen kommen!« Das Blut strömte ihm augenblicklich nach dem Herzen, er fühlte, wie seine Wangen kalt und bleich wurden. Eine Sekunde blieb er unbeweglich; als er sich aber umsah, beobachtete er, wie die Soldaten ziemlich ruhig ihre Mäntel zuknöpften und einer nach dem andern herauskrochen, – der eine, wie es schien, war es Mjelnikow, sagte sogar scherzend: