Wo war er? fragte ich Antonow.

Er hat im Park geschlafen!

Wie, hat er denn einen Rausch?

Ei, Gott bewahre.

Warum ist er denn aber eingeschlafen?

Das weiß ich nicht.

Drei Stunden lang bewegten wir uns langsam ohne einen Laut durch den Nebel über unbeackerte, schneelose Felder und niedriges Gesträuch dahin, das unter den Rädern der Geschütze knirschte. Endlich, als wir den flachen, aber außerordentlich reißenden Bach überschritten hatten, wurde Halt befohlen, und in der Vorhut ertönten abgerissene Büchsenschüsse. Diese Laute wirkten wie immer besonders erregend auf alle. Die Abteilung schien aus dem Schlaf zu erwachen. In den Reihen ertönte Geplauder, Bewegung und Lachen. Von den Soldaten rang der eine mit dem Kameraden, der eine hüpfte von einem Bein auf das andere, ein dritter kaute Zwieback oder übte zum Zeitvertreib: Präsentiert das Gewehr, oder: Gewehr bei Fuß. Dabei begann der Nebel im Osten sichtlich heller zu werden, die Feuchtigkeit wurde fühlbarer, und die Gegenstände rings um uns her traten aus dem Dunkel hervor. Ich konnte schon die grünen Lafetten und Pulverkästen unterscheiden, das von der Nebelfeuchtigkeit bedeckte Erz der Geschütze, die bekannten, ohne meinen Willen bis in die kleinste Einzelheit mir vertraut gewordenen Gestalten meiner Soldaten, die braunen Pferde und die Reihen der Infanterie mit ihren blitzenden Bajonetten, Brotsäcken, Kugelausziehern und Kesseln auf dem Rücken.

Bald wurde uns befohlen, vorwärts zu gehen, und nachdem wir einige hundert Schritt ohne bestimmtes Ziel gemacht hatten, wurde uns ein Platz angewiesen. Rechts schimmerte das steile Ufer des schlangenartigen Flüßchens und die hohen hölzernen Säulen eines tatarischen Kirchhofs; links und vor uns blinkte durch den Nebel ein dunkler Streifen hindurch. Der Zug protzte ab. Die achte Kompagnie, die uns Deckung bot, stellte die Gewehre zusammen, und ein Bataillon Soldaten ging mit Gewehren und Äxten in den Wald.

Es waren kaum fünf Minuten vergangen, als von allen Seiten die Wachtfeuer zu knistern und zu qualmen begannen. Die Soldaten hatten sich zerstreut, fachten die Feuer mit den Händen und Füßen an, schleppten Reisig und Holz heran, und unaufhörlich schallte durch den Wald der Klang von hundert Äxten und gefällten Bäumen.

Die Artilleristen hatten in einem gewissen Wetteifer mit der Infanterie ihr eigenes Wachtfeuer angezündet, und obgleich es schon in solcher Glut loderte, daß man ihm nicht auf zwei Schritt nahe kommen konnte, und der dichte, schwarze Rauch durch die eisbehängten Zweige emporstieg, von welchen die Tropfen herabfielen und im Feuer zischten, und welche die Soldaten in die Flamme hineinlegten, sich unten Kohlen und absterbendes weißes Gras rings um das Feuer bildete, schien doch alles den Soldaten noch zu wenig. Sie schleppten ganze Stämme heran, legten Gras unter und fachten das Feuer immer mehr und mehr an.