Das ist's ja eben, da ist man für euresgleichen seinem Vorgesetzten verantwortlich, und ihr bleibt immer dabei ... Das hat keine Art! schloß der beredte Maksimow schon in viel ruhigerem Tone.
Ist's nicht ein Wunder, Kameraden, fuhr Welentschuk nach einem minutenlangen Schweigen fort, dabei kratzte er sich im Nacken und wandte sich an niemanden insbesondere, wahrhaftig, ein Wunder ist's! Kameraden. Sechzehn Jahre bin ich im Dienst, aber so etwas ist mir noch nie passiert. Als es hieß zum Appell antreten, da war ich zur Stelle, wie sich's gehört – ganz in der Ordnung – da plötzlich beim Park packt es mich ... packt mich und wirft mich zu Boden, und fertig. Und wie ich eingeschlafen bin, weiß ich nicht, Kameraden! Es muß die Schlafsucht selbst gewesen sein, schloß er.
Ich habe dich ja kaum wach kriegen können, sagte Antonow, während er sich den Stiefel aufzog. Ich rüttelte und rüttelte dich ... wie ein Stück Holz.
Siehst du, bemerkte Welentschuk, ich muß tüchtig betrunken gewesen sein ...
So gab's bei uns zu Hause ein Weib, begann Tschikin, die lag euch zwei Jahre, zwei Jahre, sag' ich, auf dem Ofen. Man weckte sie – sie schläft, denken die Leute – und sie liegt euch tot da; sie bekam auch immer die Schlafsucht. Ja so, lieber Freund.
Aber erzähl' doch, Tschikin, wie du während des Urlaubs den Ton angegeben hast, sagte Maksimow lächelnd und sah mich an, als wollte er sagen: »Beliebt es Ihnen nicht auch, einem dummen Menschen zuzuhören?«
Was für einen Ton, Fjodor Maksimytsch? sagte Tschikin und warf mir schielend einen Blick zu. Das weiß ja jeder. Ich habe erzählt, wie es im Kaukasus aussieht.
Nun ja, wie denn, wie denn? Verstell dich nur nicht, erzähle, wie du sie »angeführt« hast.
Das ist bekannt, wie ich sie angeführt habe ... Sie fragten, wie wir leben – begann Tschikin in überstürzter Rede mit der Miene eines Menschen, der schon oft dasselbe erzählt hat. – Wir leben gut, lieber Freund, sage ich, unsern Proviant empfangen wir reichlich. Morgens und abends kommt eine Tasse Schickolaten auf den Soldaten, zu Mittag giebt es herrschaftliche Suppe aus Perlgraupen und statt des Branntweins bekommt jeder ein Gläschen Modera – Modera Divirje, der ohne Flasche zweiundvierzig Kopeken kostet.