Bald darauf erhob sich die erste Kompagnie, nach ihr die zweite. Es wurde befohlen, das Gewehr zum Angriff in die rechte Hand zu nehmen, und das Bataillon ging vorwärts. Pest hatte vor Furcht das Bewußtsein verloren, wie betrunken ging er mit. Aber plötzlich blitzte von allen Seiten eine Million von Feuern auf, pfiff und krachte es. Er schrie und lief vorwärts, weil alle liefen und schrien. Dann stolperte er und fiel auf etwas. Das war der Kompagnieführer, ... er war vor der Kompagnie verwundet worden, er hielt den Junker für einen Franzosen und packte ihn am Bein. Als er sein Bein befreit und sich erhoben hatte, stieß in der Finsternis ein Mensch mit dem Rücken ihn an und hätte ihn fast wieder zu Boden geworfen; da schrie ein anderer: »Stich ihn nieder! Was gaffst du?« Er nahm das Gewehr und stieß das Bajonett in etwas Weiches. »Ah Dieu!« schrie jemand mit schrecklicher, durchdringender Stimme, und erst da begriff Pest, daß er einen Franzosen erstochen hatte. – Kalter Schweiß trat an seinem ganzen Körper hervor, er schüttelte sich wie im Fieber und warf das Gewehr fort. Aber nur einen Augenblick dauerte dies: sogleich kam ihm der Gedanke in den Kopf, daß er ein Held sei. Er hob das Gewehr und lief »Urra« schreiend mit der Menge von dem getöteten Franzosen fort. Nachdem er zwanzig Schritte gelaufen war, kam er in einen Laufgraben. Dort waren die Unsrigen und der Bataillonskommandeur.

Ich habe einen erstochen! sagte er zu dem Bataillonskommandeur.

Brav, Baron!

XII

Und wissen Sie, Praßkuchin ist tot! sagte Pest, als er Kalugin, der nach Hause ging, begleitete.

Nicht möglich!

Warum? Ich habe es selbst gesehen.

Leben Sie wohl, ich habe Eile!

Ich bin sehr zufrieden, dachte Kalugin auf dem Heimwege, zum erstenmal habe ich während meines Tagdienstes Glück gehabt. Es ist mir vortrefflich gegangen: ich bin am Leben und unverletzt, Auszeichnungen wird es auch geben und jedenfalls einen goldenen Säbel. Übrigens habe ich es verdient.