Das ist der Kellermeister, Euer Wohlgeboren! sagte er, zurückgekehrt, eine Bombe hat den Pulverkeller beschädigt, darum tragen Infanteristen Erde dorthin.

Bisweilen flogen, wie es schien, Bomben direkt nach der Thür der Blindage. Da drückte sich Wolodja in eine Ecke und kam von neuem hervor, um in die Höhe zu sehen, ob nicht noch eine geflogen käme.

Obwohl Wlang einigemal aus der Blindage heraus Wolodja bat, zurückzukehren, saß dieser doch an drei Stunden auf der Schwelle, er fand ein gewisses Vergnügen daran, das Geschick zu versuchen und den Flug der Bomben zu beobachten. Gegen Ende des Abends wußte er bereits, woher so viele Geschütze feuerten und wo ihre Geschosse sich niedersenkten.

XXII

Am andern Tage, dem 27. August, ging Wolodja, nach einem zehnstündigen Schlaf, frisch und munter frühmorgens über die Schwelle der Blindage. Wlang war mit ihm zusammen hinausgekrochen, aber beim ersten Kanonenschusse stürzte er spornstreichs, indem er sich mit dem Kopf den Weg bahnte, nach der Öffnung der Blindage zurück, unter dem allgemeinen Gelächter der zum größten Teil ebenfalls an die Luft gekommenen Soldaten. Nur Wlang, der alte Feuerwerker und einige andere gingen selten in den Laufgraben hinaus, die übrigen aber ließen sich nicht abhalten: sie traten alle aus der übelriechenden Blindage an die frische Morgenluft, lagerten sich, trotzdem das Bombardement ebenso heftig war wie tags zuvor, teils an der Schwelle, teils unter der Brustwehr. Mjelnikow ging bereits seit der Morgendämmerung auf den Batterien spazieren, indem er gleichgültig in die Luft sah.

An der Schwelle saßen zwei alte Soldaten und ein junger, kraushaariger, jüdischer Soldat, der von der Infanterie abkommandiert war. Dieser Soldat hatte eine der herumliegenden Gewehrkugeln aufgehoben, sie mit einem Sprengstück an einem Steine plattgeschlagen und schnitt nun aus ihr mit einem Messer ein Kreuz in der Art des Georgskreuzes; die andern sahen plaudernd seiner Arbeit zu. Wirklich kam ein sehr hübsches Kreuz heraus.

Wenn wir hier noch einige Zeit stehen, sagte der eine von ihnen, wird man dann uns allen nach dem Friedensschlusse den Abschied geben?

Wo denkst du hin! ich hatte im ganzen vier Jahre bis zu meiner Verabschiedung zu dienen, und stehe jetzt fünf Monate in Sewastopol.

Wir werden also nicht den Abschied erhalten? fragte ein anderer.