Das verletzte meinen Ehrgeiz. Lieber »von oben kommen«,[4] als das noch einmal hören!

Dazu sah ich, wie die anderen Jungs oben herumwippten. Wir lagen vor Cuxhaven vor Anker und warteten auf günstigen Wind. So hatte ich noch Gelegenheit, mich bei ruhigem Wetter an die Masten zu gewöhnen, und zwang mich mit aller Gewalt: »Rauf.«

»... und zwang mich mit aller Gewalt: ›Rauf‹.«

Wenn ich abends Wache an Deck ging, 4 Stunden Wache und 4 Stunden Schlaf abwechselnd, und ich sah in Cuxhavens Straßen die Kinder spielen, dann überkam mich das Heimweh. War ich selbst doch noch ein halbes Kind. Kein Mensch, der mich verstand, und mit dem ich mich aussprechen konnte. Ich fühlte mich verlassen, und der abgeschüttelte Druck der Schule ward vergessen über der verlorenen Schönheit des Elternhauses.

Endlich kam guter Wind, die Segel wurden gesetzt, und wir nahmen Kurs auf Australien. Zehn Tage, nachdem ich von zu Hause weg war, verließen wir die deutsche Heimat. Bald hatten wir den Kanal hinter uns und schwammen auf dem Atlantik, und die guten Eltern glaubten immer noch, ich verlebte meine berechtigten Ferien bei den Verwandten.

Das war ein hartes Schiff, was ich unter den Füßen hatte; viel Keile gab’s und wenig Brot. Die Speisekarte des »Fürsten Bismarck« fand ich nirgends vor. An Stelle des Frühstückskaffees gab es Wutki; darin wurde das Hartbrot aufgeweicht. An das scharfe Salpeterfleisch habe ich mich auch nur langsam gewöhnt.

Allmählich verwuchs ich mit meinem Beruf und mit dem Schiff und lernte einiges von der Sprache der Besatzung. Der Steuermann war mir wohlgesinnt, der Kapitän aber mein Feind, der Feind aller Deutschen. Trotzdem war ich bestrebt, auch ihn für mich zu gewinnen.