Selbst wenn meine eigenen Hoffnungen bei diesen letzten Katastrophen wohl mit untergegangen sind –

Ja – das Kapital für die Heidenkolonie soll jetzt dasein. Aber wo sind die Heiden? Allgemein wird die Vermutung laut, daß zuletzt nur Hallwig und Delius übrig bleiben und den Rest ihres Lebens an einsamen Altären vertrauern werden.

Im Mai …

Mein Roman, – ich fürchte, er wird nie geschrieben werden. Es bedürfte wohl einer geübteren Hand als der meinen, um aus dem, was ich hier erlebte und erleben sah, eine nur halbwegs zusammenhängende Handlung zu gestalten. Und selbst, wenn ich es könnte, – es kommt mir vor, als ob der Leser sich um den Höhepunkt der Handlung, den er doch mit gutem Recht erwartet, betrogen fühlen würde. Denn eben dieser Höhepunkt ist nie gekommen, – es war alles schon vorher zu Ende.

Der Höhepunkt würde fehlen, und die letzten Kapitel würden ihn schmerzlich anmuten. Ich weiß ja selbst noch nicht, wie ich sie überstehen soll.


Alle gehen fort, – auch die Eckhausbewohner gedenken Wahnmoching auf unbestimmte Zeit zu verlassen. Sie luden mich aufs Herzlichste ein, mitzukommen, aber ich fühle nicht mehr die Kraft dazu.

Ich weiß jetzt auch, daß Susanna mich niemals lieben wird, – ihr Herz wird immer irgendeinem anderen gehören. Jetzt blutet es noch um den Panther, der sie schnöde verlassen hat; aber als ich seiner neulich Erwähnung tat, fand sie ihr altes frohes Lächeln wieder, das ich so sehr an ihr liebte, und sagte zuversichtlich: »O, der kommt schon wieder«.

Sendt ist wieder da, – unversehrt, wohlbehalten und mit dem heiteren Lächeln des Weisen stand er plötzlich vor uns.

Wir saßen gerade im Garten des Eckhauses um die Maibowle, die Orlonski mit kundiger Hand bereitet. Wir feiern alle Tage Abschied, denn keiner weiß, wann er wirklich abreisen wird, und jeder Tag kann der letzte sein.