Es heißt wohl, daß niemand seinem Geschick zu entrinnen vermag, aber man kann es doch wenigstens versuchen.

Chamotte schicke ich in seine Heimat zurück, – ich will ganz allein sein und nichts aus der Vergangenheit mit hinübernehmen. Er weinte bittere Tränen, als ich ihm das mitteilte.

»Sei ein Mann, Chamotte, und denke an deine Zukunft,« sagte ich, und mir war elend zumut. Könnte ich auch mir dasselbe zurufen, oder täte es ein anderer – aber in beiden Fällen wäre es ja doch nur grotesk und überflüssig. Und meine Zukunft, – ich habe keine Zukunft, ich habe nur eine Biographie, und verurteilt, wie ich kam, gehe ich von dannen; wozu? – das wissen nur die Götter.


In wenigen Tagen ist alles bereit. Susanna und ihre beiden Gefährten sind schon fort. Auch Maria wird nicht lange mehr bleiben.

Sie hat in den letzten Tagen ein Faible für mich gefaßt, aber wir wissen beide, daß es jetzt zu spät ist.

Manchmal kommt sie zu mir herauf, dann sitzt sie auf einer von den halbvollen Bücherkisten und erzählt von alledem, was sie nicht vergessen kann. Und wir sprechen von den vielen frohen und unfrohen Stunden, die uns gemeinsam beschieden waren.

Heute abend denke ich abzufahren.

Und gestern – –

Sendt kam noch, um mir Lebewohl zu sagen. Er war sehr in Eile und wollte sich nicht erst niederlassen. Wir schüttelten uns herzlich die Hand und er wünschte mir alles Gute. An der Tür wandte er sich noch einmal um und sagte: »Übrigens, wissen Sie, was ich eben im Café hörte, – man hat Hofmann heute vormittag ins Krankenhaus gebracht, – er soll auf der Treppe ausgeglitten sein und sich mit einem scharfen spanischen Dolch, den er in der Tasche trug, ziemlich schwer verletzt haben. – Aber, liebe Maria, deshalb brauchen Sie doch nicht so zu erschrecken, – es ist, soviel ich weiß, nicht lebensgefährlich.«