»Natürlich ein kosmischer,« sagte der Philosoph, »sie hoffte es wenigstens und wollte von mir wissen, ob es stimmt. Sonst traut sie sich nicht ihn bei Hofmanns zu erzählen.«
Ich hätte gerne noch gewußt, was eine »Wahnmochingerei« ist und »kosmische Träume«. – Aber der Philosoph schien mir nicht gut aufgelegt, und ich kann doch nicht immer fragen und fragen wie ein vierjähriges Kind.
3
14. Dezember
Ein komischer Zufall, daß ich Heinz Kellermann hier treffe. Wir haben uns seit dem Gymnasium nicht mehr gesehen. Er behauptet zwar, es gebe nichts Zufälliges, sondern was wir Zufall nennen und als solchen empfinden, sei gerade das Gegenteil davon, nämlich ein durch innere Notwendigkeit bedingtes Geschehen. Man sei nur im allgemeinen zu blind, um diese inneren Notwendigkeiten zu sehen.
Trotzdem schien er ebenso verwundert wie ich und fragte mit der gedehnten und erstaunten Betonung, die ich so gut an ihm kannte:
»Wie kommst du denn hierher?«
Ich konnte diese Frage nur zurückgeben, und dann sagte er etwas überlegen: O, man könne nur hier leben und hier lerne man wirklich verstehen, was Leben überhaupt bedeute. Ich habe ihm erzählt, daß das auch mein sehnlichster Wunsch sei, und wie ich mich mit meiner Biographie herumquäle – na Gott ja, – daß ich eben ein Verurteilter bin und nicht recht weiß, was ich mit mir und dem Leben anfangen soll.