Frau Hofmann empfing mich sehr liebenswürdig – ihr Mann habe ihr schon von mir erzählt. Dann wandte sie sich an die anderen:

»Denken Sie nur, Herr Dame wußte bis vor kurzem nicht, daß er in Wahnmoching wohnte.«

Man betrachtete mich, wie mir schien, mit verwundertem Wohlgefallen, und ich war durch diese Bemerkung gewissermaßen eingeführt. Ich langweilte mich etwas, denn da ich niemand kannte, mußte ich vorläufig auf meinem Platz sitzen bleiben und Tee trinken. Gerhard machte vor einem jungen Mädchen halt – neben ihr auf einem Tischchen stand ein grüner Frosch aus Porzellan oder Majolika – und sagte etwas wehmütig:

»Gnädiges Fräulein – Sie sollten eigentlich immer einen grünen Frosch neben sich sitzen haben.«

Dann ging er weiter von einer Gruppe zur anderen und sagte wahrscheinlich ähnliche Dinge, denn wo er hinkam, wurde es gleich etwas belebter.

Ich beneidete ihn im stillen um diese Gabe, denn ich konnte mich nicht recht in die Konversation hineinfinden.

Es war die Rede von Menschen im allgemeinen, von ihrem Wesen, und worauf es dabei ankäme. Der Professor sagte etwas überstürzt und definitiv:

»Auf die Geste kommt es an.« – Die jungen Herren, es waren zwei oder drei – nickten bedeutungsvoll zustimmend, und die ältere Dame aus dem Café – die kappadozische – die ich gleich wiedererkannt hatte – sagte lebhaft:

»Ich hätte gedacht – in erster Linie auf die Echtheit des Empfindens.«

»Empfinden ist immer echt,« bemerkte Hofmann wieder sehr definitiv, so daß man nicht anders konnte als ihm beistimmen. Aber Gerhard, der jetzt wieder neben dem Tisch stand und ein Bild betrachtete, warf milde ein: