»Nun – versucht, mir über verschiedene Eindrücke klar zu werden und mich mit dem Philosophen unterhalten.«
»Jetzt im Karneval?« sie schüttelt den Kopf, »warum sind Sie nicht lieber mit uns zur Redoute gegangen, und heute ist draußen auf dem Lande ein Fest, man fährt mit Schlitten hinaus.« Sie seufzt etwas – Orlonski erscheint – schon wieder im Henkerskostüm – oder hat er es inzwischen gar nicht abgelegt – er frägt nach Willy:
»In seinem Zimmer – er liest Maria Märchen vor.«
Wir gehen hinüber, Konstantin, der Sonnenknabe, ist auch da.
Maria liegt matt auf dem Diwan, sie sind alle schon im Kostüm für heute abend, alle etwas bleich und übernächtig, und Willy liest ihnen ein Gedicht aus des Knaben Wunderhorn vor:
Maria, wo bist du zur Stunde gewesen?
Maria, mein einziges Kind? –
Ich bin bei meiner Großmutter gewesen
Ach weh, Frau Mutter, wie weh!
Ich kannte das Gedicht – die Großmutter hat ihr Schlangen zu essen gegeben, und sie stirbt daran.
»Pfui, warum lesen Sie ihr das vor?« sagte Konstantin vorwurfsvoll.
»Weil es so auf sie paßt.«
»Auf mich?« fragte Maria ganz abwesend, und alle lachen. Sie scheint gar nicht zu wissen, wovon die Rede ist.