»Freut mich sehr – –«

Die anderen betrachten das wie eine seltene Schaunummer.

Dann begibt sich Orlonski an den Herd – er ist ein sonderbarer Kauz, und ich habe ihn sehr schätzen gelernt, ein wenig rauh und kurz angebunden, aber Gentleman durch und durch – Er treibt alle Sportarten, die es überhaupt gibt, mit Vollendung und kocht vorzüglich – die Frauen läßt er überhaupt nicht an den Herd, und behauptet, sie verständen nichts davon. Man pflegt deshalb andächtig mit den Mahlzeiten zu warten, bis er kommt. Er bereitete uns denn auch an diesem Morgen ein ausgezeichnetes englisches Frühstück. Susannas Jugendfreund beobachtet ihn stumm, dann läßt er sein Monokel fallen und beugt sich zu Susanna hinüber:

»Großartig, das ist ja das reinste Familienleben – dein Onkel in Berlin erzählte mir – ja sag mal – Susi, und was tust denn du hier eigentlich?«

»Aber das siehst du doch, – ich führe ihnen den Haushalt,« sagte sie lässig und zufrieden.


Ich dachte, sie würden alle etwas ruhebedürftig sein, aber nach dem Frühstück wurden sie wieder sehr lebendig und berieten, was nun mit diesem angebrochenen Tag zu beginnen sei. Orlonski ordnete schließlich an, wir sollten alle aufs Land fahren. Er nahm den Leutnant mit auf den Speicher, und sie förderten eine Anzahl Rodelschlitten und Schneeschuhe zutage. Ich schickte Chamotte in meine Wohnung und ließ ihn holen, was ich an Sportgarderobe besitze – einiges fand sich auch im Eckhaus vor. Orlonski musterte erst die vorhandenen Kleidungsstücke, dann jeden seiner Gäste mit Kennerblicken, und unter seinem Kommando wurde eine Art militärische Einkleidung vorgenommen. Wir fuhren aufs Land, alle in der heitersten Stimmung, selbst im Waggon fingen sie noch wieder an, einen Konter zu tanzen, aber der Schaffner verbot es.

Es war ein wundervoller, weißer Wintertag, wir trieben uns viele Stunden im Schnee herum. Susanna hatte mich zum Partner genommen, und ich fühlte mich stillglücklich, ich der Müde, Verurteilte, unter diesen Unermüdlichen. Sie verlangen ja nicht, daß ich mich persönlich stark betätige, und ich störe sie nicht, ich lasse mich so gerne mitziehen. – Maria war an dem Tag stürmisch und voller Leben, mit Willy zusammen sauste sie leidenschaftlich die Abhänge hinunter – einmal stürzen sie und der Schlitten geht entzwei. Orlonski macht ihr Vorwürfe, es ist immer etwas Krieg zwischen den beiden, und er hält beim Sport auf Ordnung. Sie lacht nur und sagt:

»O, meinetwegen soll alles zerbrechen, – alles, nicht nur der Schlitten, auf dem ich fahre.«

Und Susanna war schläfrig, ihre Bewegungen hatten etwas Mattes, – sie meinte, die Welt sei für sie heute in lauter Schleier gewickelt. Wenn Orlonski in ihre Nähe kam, drückte sie ihm die Hand. Er sah sie an – seine Augen sind scharf und graublau – wie von Stahl –