"Aber, mein Gott," rief er die Hände über der Brust faltend, indem ein unendlich weicher Ausdruck auf seinen Zügen erschien—"mein Gott, ich habe einen Sohn und ich liebe diesen Sohn—ich liebe ihn sehr, Conneau und mag es ein Fehler sein oder nicht—meine ganzen Gedanken, meine ganze Arbeit gehören der Zukunft, gehören meinem Sohn."

In tiefer Bewegung trat Dr. Conneau an das Lager des Kaisers, ergriff dessen Hand und führte sie an seine Lippen.

"Diese Arbeit wird ihre Frucht tragen, Sire," sagte er mit zitternder Stimme—"ich wollte, es wäre mir vergönnt mein Leben für Sie und für den kaiserlichen Prinzen hinzugeben."—

"Geben Sie mir lieber," sagte Napoleon sanft lächelnd, "durch Ihre Kunst die wahre Kraft des Lebens wieder, dann werden Sie Frankreich, mir und meinem Sohn den höchsten Dienst leisten."

Conneau trat zur Seite, ergriff ein kleines Fläschchen von geschliffenem
Crystall, das auf einem Tisch am Fenster stand und mischte einige
Tropfen der hellen Flüssigkeit, welche dasselbe enthielt, mit einem
Glase Wasser.

"Ich bitte Ew. Majestät dies zu trinken," sagte er dem Kaiser das Glas reichend; "ich hoffe damit wenigstens einen Theil der Aufgabe zu erfüllen, welche Sie mir bezeichnen; dieses Getränk wird Ew. Majestät die Nervenkrise überwinden helfen, welche Nélatons Sondirung hervorgerufen hatte."

Der Kaiser leerte langsam das Glas, dessen Inhalt eine grüne opalisirende Farbe angenommen hatte. Die nervöse Spannung seiner Gesichtszüge verschwand, seine mattgelbliche Haut nahm eine röthere Färbung an und um seine Lippen legte sich jener Zug wohlwollender Freundlichkeit, welcher ihm in der Unterhaltung eigenthümlich war und der auf Jeden, der mit ihm, sprach seinen Zauber ausübte.

Er stand langsam auf.

"Ich danke Ihnen, Conneau," sagte er, "das hat mir wohlgethan. Wollte
Gott, Sie könnten die Wirkung dieses Elixirs dauernd machen; leider wird
der Schmerz und die Schwäche bald wieder meine Nerven zur alten
Unfähigkeit herabstimmen."

"Nicht so leicht," erwiderte Dr. Conneau, "wenn die Willenskraft meinem Elixir zu Hülfe kommt; der menschliche Willen ist ein mächtiger Factor und selbst der kranke Körper gehorcht seinem Befehl."