An den Fenstern des nächsten Hauses erschienen in großer Anzahl jene düsteren, feindlich blickenden Gesichter, welche man in dem eleganten glänzenden Theil von Paris nur dann erblickt, wenn die aufgährenden Wogen der Revolution aus den Tiefen heraufdringen. Der Kaiser befragte den Führer der sergeants de ville, welcher in dienstlicher Haltung an den Wagenschlag herangetreten war, genau nach allen Details der nächtlichen Vorgänge, dann ließ er den Blick über die Fenster hinschweifen.
Kleine Gruppen von Menschen waren auf der Straße stehen geblieben. Napoleon grüßte artig mit der Hand hinüber, aber kein Ruf antwortete ihm. Alle diese Männer und Frauen blickten finster und unbeweglich vor sich hin.
"Vorwärts!" befahl Napoleon.
Die Pferde zogen an, und langsam bewegte sich der Wagen über die noch nicht ganz fortgeräumten Trümmer der Barrikaden.
Da ertönte aus einem der umliegenden Häuser wie aus der Luft herklingend eine tiefe, rauhe und heiser tönende Stimme.
"Fahre hin, blutiger Cäsar! Das Volk, das Du gemordet, erwartet Dich vor dem Richterstuhl der Geschichte!"
Der Kaiser zuckte zusammen.
"Halt!" rief er.
Sein Wagen stand unbeweglich. Keine Bewegung zeigte sich an den Fenstern. Die verschiedenen Menschengruppen auf der Straße standen starr und still. Niemand schien die Worte gehört zu haben, welche eben so schauerlich durch die Luft klangen. Der Kaiser ließ den brennenden Blick seiner großen düster aufleuchtenden Augen rings umher schweifen.
Die sergeants de ville wollten auf die Menschengruppen nach der Seite hin, von welcher man jene Stimme vernommen hatte, zueilen.