"Ich bedauere sehr," erwiderte das junge Mädchen mit einem Blick auf die
Tanzordnung, während ihre Mutter ziemlich kalt und oberflächlich die
Begrüßung des Lieutenants von Büchenfeld erwiderte; "Alle meine Tänze
sind besetzt."
"Das ist ja ein wahres Unglück!" rief der junge Herr von Rantow, während er versuchte, den gleichgültigen Ausdruck von seinem Gesicht verschwinden zu lassen.—"ein Unglück," fügte er hinzu, "auf das ich übrigens hätte gefaßt sein müssen, wenn ich nicht die leise Hoffnung gehabt hätte, daß Sie vielleicht die Güte haben würden mir einen Tanz zu reserviren."
Die Commerzienräthin wandte sich ein wenig erstaunt zu ihrer Tochter.
"Soviel ich bemerkt," sagte sie, "hast Du noch kein Engagement für den
Cotillon angenommen."
"Ah" rief Herr von Rantow freudig, "sollten Sie mir vielleicht diese glückliche Ueberraschung gemacht haben?"
"Ich bin für den Cotillon versagt," erwiderte Fräulein Cohnheim ernst und kalt, indem ihr Blick zu dem neben ihrer Mutter stehenden jungen Officier hinüberflog.
Dieser trat rasch heran und sprach:
"Darf ich hoffen, daß Sie sich des Versprechens noch erinnern, das Sie mir auf dem letzten Ball für den nächsten Cotillon gegeben?"
"Was ich versprochen halte ich stets," erwiderte die junge Dame mit freundlichem Lächeln den Gruß des Officiers erwidernd. "Sie sehen," fuhr sie fort, ihm ihre Tanzordnung hinreichend, "Ihr Name steht bereits beim Cotillon notirt."
Ein strenger hochmütiger Blick der Commerzienräthin traf den Lieutenant von Büchenfeld. Wie mißbilligend schüttelte sie leicht den Kopf und wandte sich von ihrer Tochter ab, während der Referendarius von Rantow mit leichter Verbeugung zurücktrat.