„Mit Freuden,“ rief König Wilhelm lebhaft, „schlagen Sie mir vor, was ich thun soll.“

„Majestät,“ erwiderte Bismarck, „es befinden sich unter diesen Emigranten frühere Offiziere verschiedener Grade, darnach aber zwischen ihnen einen Unterschied zu machen, ist nicht möglich, — der König Georg hat im Exil noch Ernennungen vorgenommen, die doch nicht in Betracht gezogen werden können. Ich würde daher Eurer Majestät unterthänigst vorschlagen, sie Alle gleich zu behandeln und Jedem von ihnen eine lebenslängliche Pension von zwölfhundert Thalern zu geben, damit haben sie eine Basis für ihre Existenz und einen Ersatz für ihre zerbrochene Carriere.“

„Genehmigt,“ rief der König, „genehmigt, mein lieber Graf, es thut mir unendlich wohl, diesen armen jungen Leuten helfen zu können, und ich danke Ihnen, daß Sie mich darauf aufmerksam gemacht und mir Gelegenheit gegeben, noch vor meiner Abreise dies gute Werk zu thun.“

Und leise die Lippen bewegend, flüsterte er vor sich hin:

„Thut wohl denen, die Euch verfolgen.“ — —

„Es müßte dann,“ sagte Graf Bismarck, „eine Garantie von ihnen gegeben werden, daß sie nicht etwa abermals mißleitet werden —“

„Sie sollen ihr Ehrenwort geben, nichts gegen mich zu unternehmen, das genügt,“ sagte der König, „sie haben die Gesetze verletzt, aber ihre Ehre trifft kein Vorwurf und ihrem Ehrenwort will ich glauben.“

„Eure Majestät haben durch diesen Entschluß,“ sagte Graf Bismarck, „einer Anzahl junger und hoffnungsvoller Herzen Leben und Zukunft wieder gegeben, und auch das wird zum Segen unserer Waffen werden. So ist denn auch diese letzte schmerzliche Dissonanz des Jahres 1866 im schönen und wohlthuenden Accord geendet und nun, Majestät, —

Vorwärts mit Gott für König und Vaterland.“

„Auf Wiedersehen am Bahnhof, mein lieber Graf,“ sagte der König, „wir werden hier wohl lange nicht wieder zusammen arbeiten —“