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Alle Rechte, insbesondere das der
Übersetzung in fremde Sprachen, vorbehalten. Copyright 1923
by Paul Aretz Verlag, Dresden

INHALT

EINLEITUNG

[5]

Der „berühmte Alchimist“ [S. 5]. — Das Rätsel seines Ursprungs [S. 7]. — Das Rätsel seines Alters [S. 10]. — Das erste Auftreten [S. 11]. — Sein Aufenthalt in Frankreich [S. 13]. — Die Mission des Grafen Saint-Germain im Haag [S. 15]. — Saint-Germain in Rußland [S. 20]. — Das Abenteuer von Tournai [S. 23]. — Ausgang [S. 27]. — Saint-Germains Künste und Geheimnisse [S. 31] — War Saint-Germain Freimaurer und Kabbalist? [S. 34]. — Saint-Germains Persönlichkeit und die Legendenbildung [S. 37].

[ERSTER TEIL]

ALLGEMEINE DARSTELLUNGEN, ANEKDOTEN
UND FÄLSCHUNGEN

Aus den „Erinnerungen“ des Barons von Gleichen

[47]

Aus dem „Tagebuch eines Weltkindes“ von Graf Lamberg

[59]

Schreiben des Grafen Lamberg an Opiz

[67]

Aus Lambergs „Kritischen, moralischen und politischen Briefen“

[68]

Epigramm des Grafen Lamberg auf Saint-Germain

[68]

Grabschrift Saint-Germains auf den Grafen Lamberg

[68]

Zur Kritik Lambergs (Moehsen)

[69]

Aus den „Denkwürdigkeiten“ der Gräfin Genlis

[70]

Aus Grosleys „Nachgelassenen Schriften“

[76]

Anekdoten

[85]

(I. Schöning [S. 85]. II. Corberon [S. 85]. III. Lehndorff [S. 86]. IV. Madame Campan [S. 87]. V. Bertuch [S. 87]. VI. Mirabeau [S. 88].)

Aus den „Denkwürdigkeiten“ der Lady Craven

[89]

Aus den „Erinnerungen“ der Marquise von Créquy

[91]

Aus den „Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Grafen Cagliostro“. Cagliostros Besuch bei Saint-Germain. Eine Satire (von Luchet)

[100]

Charakteristik des Grafen Saint-Germain

[107]

Kritik der „Charakteristik“ von Meister

[108]

Saint-Germain und Cagliostro

[108]

Graf Saint-Germain (von Luchet)

[110]

Charakteristik des Grafen Saint-Germain

[112]

Kritik der „Charakteristik“

[114]

[ZWEITER TEIL]

URKUNDEN ZUR LEBENSGESCHICHTE
DES GRAFEN SAINT-GERMAIN

Saint-Germain in London (1743-1745)

[119]

I.

Aus dem Briefwechsel von Horace Walpole

[119]

II.

Aus: „The London Chronicle“

[120]

Saint-Germain in Frankreich

[122]

I.

Aus Casanovas „Memoiren“ und dem „Monolog eines Denkers“

[122]

II.

Aus den „Denkwürdigkeiten“ der Madame du Hausset

[126]

III.

Bericht Hellens (1760)

[139]

IV.

Saint-Germain auf Schloß Chambord. (Aus dem Schriftwechsel des Marquis von Marigny)

[141]

V.

Aus einem Schreiben des Grafen Bernstorff (1779)

[143]

VI.

Aus den „Episoden meines Lebens“ des Grafen d’Angiviller

[143]

Die Mission Saint-Germains im Haag (1760)

[144]

I.

Aus dem Schriftwechsel des Herzogs von Choiseul

[144]

II.

Denkschrift des Grafen d’Affry an die Generalstaaten

[160]

III.

Protokoll der Sitzung der Generalstaaten

[161]

IV.

Aus den Aufzeichnungen des Grafen Bentinck

[162]

V.

Aus Yorkes Korrespondenz

[170]

VI.

Aus Hellens Korrespondenz mit Friedrich dem Großen

[182]

VII.

Aus der Korrespondenz von Knyphausen und Michell mit Friedrich dem Großen

[189]

VIII.

Aus Mitchells Korrespondenz

[194]

IX.

Berichte Reischachs an Graf Kaunitz

[196]

X.

Aus Kauderbachs Korrespondenz

[206]

XI.

Friedrich der Große und Voltaire

[215]

XII.

Aus der „Geschichte des Siebenjährigen Krieges“ von Friedrich dem Großen

[216]

XIII.

Aus: „The London Chronicle“

[218]

XIV.

Graf Danneskjold-Laurwigen an Saint-Germain

[219]

Saint-Germain in Holland (1762)

[221]

I.

Aus dem Schriftwechsel des Herzogs von Choiseul

[221]

II.

Aus den Aufzeichnungen Hardenbroeks

[222]

Saint-Germain in den österreichischen Niederlanden (1763)

[225]

I.

Aus dem Schriftwechsel des Grafen Karl Cobenzl

[225]

II.

Aus den „Erinnerungen“ des Grafen Philipp Cobenzl

[280]

III.

Aus Casanovas „Memoiren“

[284]

Saint-Germain in Ansbach (1774-1776)

[288]

„Aufschlüsse über den Wundermann, Marquis Saint-Germain, und sein Aufenthalt in Ansbach, von einem Augenzeugen“ (Freiherr von Gemmingen).

Saint-Germain in Leipzig und Dresden (1776-1777)

[304]

I.

Aus den Tagebüchern des Grafen Lehndorff

[304]

II.

Aus dem Briefwechsel Friedrichs des Großen mit Prinz Heinrich, der Prinzessin Wilhelmine von Oranien und Alvensleben

[306]

III.

Aus den Briefen des Kurfürsten Maximilian III. Joseph von Bayern

[323]

IV.

Aus dem Briefwechsel des Prinzen Friedrich August von Braunschweig

[324]

Saint-Germain in Berlin

[338]

I.

Aus den „Erinnerungen“ Thiébaults

[338]

II.

Aus Zimmermanns „Fragmenten über Friedrich den Großen“

[342]

III.

Graf Saint-Germain („Berlinische Monatsschrift“)

[343]

Saint-Germain in Hamburg (1778)

[350]

Saint-Germain in Schleswig und Eckernförde (1779-1784)

[353]

I.

Aus den „Denkwürdigkeiten“ des Prinzen Karl von Hessen-Kassel

[353]

II.

Prinz Karl von Hessen an Prinz Christian von Hessen-Darmstadt (1825)

[360]

III.

Prinz Ferdinand von Braunschweig an Prinz Friedrich August von Braunschweig (1779)

[360]

IV.

Aus Briefen des Grafen Warnstedt (1779)

[361]

V.

Friedrich der Große an die Königin-Witwe Juliane von Dänemark (1784)

[362]

Saint-Germains Tod in Eckernförde

[363]

I.

Aus dem „Totenregister“ der St. Nikolaikirche in Eckernförde

[363]

II.

Aus den „Einnahmen an Begräbnißöffnung und Vestegeldern“

[363]

III.

Aus dem Verzeichnis der „Glockengelder“

[364]

IV.

Aufruf von Bürgermeister und Rat der Stadt Eckernförde

[364]

V.

Nachruf des Professors Remer in den „Neuen Braunschweigischen Nachrichten“ (1784)

[366]

PERSONENVERZEICHNIS

[368]

ORTSVERZEICHNIS

[375]

VERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN

[378]

EINLEITUNG

Der „berühmte Alchimist“

Der Name des Grafen Saint-Germain führt uns mitten hinein in die Welt der Abenteurer, Projektenmacher und Betrüger, von denen das 18. Jahrhundert, so stolz das Jahrhundert der Aufklärung genannt, wimmelte; denn selten stand das Abenteurertum in solch üppiger Blüte wie damals. In unaufhörlicher Wanderung von einem Staate zum anderen, hier untertauchend, um unvermutet dort wieder zu erscheinen, dabei chamäleonartig Namen und Gestalt wechselnd — so flutet der Strom der abenteuerlichen Gesellen durch ganz Europa. Vor allem sind Frankreich, England und Italien die gesegneten Stätten ihres dunklen Wirkens; aber auch Rußland, das sich seit Beginn des Jahrhunderts aus einem asiatischen Reiche zu einem Mitglied der europäischen Staatenwelt zu entwickeln begann, war ein dankbares Feld ihrer Tätigkeit. Sie bewegen sich nicht nur in den niederen und mittleren Sphären, wie es zu allen Zeiten gewesen, sondern einige Erwählte dringen auch in die Kreise der höchsten Gesellschaft bis in die unmittelbare Nähe der Fürstenthrone. Und auch ihr Gewerbe ist keineswegs das der kleinen Schelme und Betrüger. Sie kommen mit großen Plänen zur Beglückung der Völker, sie gebärden sich als Wohltäter der Menschheit, und was ihrer Tätigkeit den besonderen Stempel aufdrückt, sie umgeben sich mit dem Schimmer des Geheimnisvollen, indem sie bald als Alchimisten, bald als Geisterseher oder gar als Magier auftreten.

Auf dem einzigen Bildnis, das wir von Saint-Germain besitzen, ist er denn auch als der „berühmte Alchimist“ bezeichnet. Überschwänglich wird von ihm gerühmt, daß er die Herrschaft über die Natur besaß, die ihm ebenso wie dem Schöpfer willig gehorchte.

Schon seit altersgrauen Zeiten schwebte den Forschern in dem großen Buche der Natur als höchstes Ziel ihres Strebens die künstliche Erzeugung der Edelmetalle vor. Das war die Aufgabe, die sich eben die Alchimie stellte. Ihre Wiege stand in Ägypten. Als die Araber im 7. Jahrhundert dieses Land eroberten, machten sie sich diese geheime Wissenschaft zu eigen, verpflanzten sie nach Spanien, von wo aus sie ihren Siegeszug durch ganz Europa antrat. So blühte denn die Alchimie durch das ganze Mittelalter hindurch bis in die neuere Zeit hinein, und erst die Entwicklung der Chemie zu einer Wissenschaft machte diesem Spukglauben ein Ende. So zählte denn auch Saint-Germain zu den letzten großen Vertretern der „Adepten“, wie die Meister dieses Geheimnisses hießen, die im Besitz des „Steines der Weisen“ waren; denn letzten Endes lief alles Forschen und Experimentieren darauf hinaus, die materia prima, den Urstoff für die Gewinnung des „Steines der Weisen“, zu finden, mit dem sich das Problem der künstlichen Herstellung von Gold und der Metallverwandlung lösen ließ. Und wer den „Stein der Weisen“ besaß, der besaß damit zugleich auch das Geheimnis der Universalmedizin oder des „Elixiers“, das schier unvergängliche Dauer des Lebens gewährte.