Frau Caroline hatte für guten "Stoff" gesorgt, mit Hilfe Tetjes, der sich als Fachmann darauf verstand. Der Punsch war in der That vorzüglich und weckte gar bald die eigentliche Feststimmung.
Hermann brachte den ersten Toast auf das Brautpaar aus, dann folgte Rede auf Rede. Hermann sprach gern, etwas pathetisch und schulmeisterlich, mit reichlichem Citatenaufwand. Auch diesmal hatte er begonnen "Ehret die Frauen, sie flechten und weben".
Tetje toastete auf Tante Tille, die erst von Frau Caroline darauf
aufmerksam gemacht werden mußte, daß ihr das Hoch gelte. Wilhelm
Beuthien, der im übrigen ziemlich wortkarg und zerstreut war, ließ die
Damen leben, und selbst Onkel Martin schlug mit dem Messer an das Glas.
Er möchte doch auch ein paar Worte an die Brautleute richten und ihnen wünschen, daß es ihnen immer gut gehen möge, "in truge Fründschaft un Leev, un mit Gottes Segen."
"Un upp de Nakommenschaft," setzte er hinzu, als die Gläser aneinander klangen.
Die Stimmung ward immer gemütlicher. Hermann, der dem Punsch reichlich zusprach, hatte bereits mit Wilhelm Beuthien Duzbrüderschaft getrunken.
Tetje Jürgens hatte die alte Negendank sogar einmal mit "min oll söte Deern" angeredet, und Therese sich schon mehrmals die Stirn am Handstein in der Küche gekühlt, da sich Kopfschmerzen bei ihr einstellten.
Wilhelm Beuthien, dem anfangs schweigsamen, löste sich allmählich die Zunge, da Hermann ihm fleißig einschenkte, und er rückte mit allerlei gewagten Anekdoten und Rätseln heraus, die Tetje zu Theresens Aerger noch überbieten zu müssen glaubte.
Hermann, der den "Stoff" auf die Neige gehen sah, raunte der Tante seine
Wahrnehmung zu.
Frau Caroline machte ein bedenkliches Gesicht und zuckte verlegen die
Achsel.