Einmal versuchte sie sogar, sich von ihrem niedrigen Standpunkt aus dennoch einen Anteil an der Aktion zu sichern.

"Na, Herr Beuthien, is er tot?" fragte sie mit heller, durchdringender
Stimme in das Gewühl hinein.

"Ne, man so'n bischen", rief ein vorlauter Junge zurück, unter dem
Gelächter der Umstehenden.

Ein Dienstmädchen suchte, mit unwilligem Ellbogenstoß die Zärtlichkeit eines Gesellen abwehrend, die Nähe der Geärgerten zu gewinnen.

"Morgen, Frau Wittfoth! ich wollt' nur für'n Groschen Haarnadeln haben, von die langen, wissen Sie woll. Ich komm gleich retour, will man bloß mal eben Kartoffel holen."

"Recht, Fräulein, holen Sie man bloß mal eben Kartoffel", lachte die
Wittfoth.

Gewandt schlüpfte das Mädchen durch das Gedränge.

Allmählich verlor sich die Menge. Das gestürzte Tier ward bis zur
Ankunft des Frohnes durch übergeworfene Decken dem Anblick der
Vorübergehenden entzogen. Vereinzelt sich anfindende Neugierige wies der
Schutzmann sogleich weiter. Eine halbe Stunde später zeugte nichts mehr
von dem Vorfall.

Frau Caroline Wittfoth war noch beim Sortieren der Haarnadelpäckchen beschäftigt, ihr nervöser Ordnungssinn hatte immer irgend etwas zu richten, zu verändern und zu verbessern, als auch schon jenes Dienstmädchen, mit der gefüllten Kartoffelkiepe am Arm, laut und fahrig in den Laden trat.

"Nu?" fragte sie mit strahlendem Lachen. "Haben Sie mich die Nadeln rausgesucht?"