Lulu, die leidenschaftlich gerne tanzte, beneidete im Stillen jedes Mädchen, das am Arm seines Liebhabers lachend und ungeduldig dem über alles geliebten Walzer entgegeneilte.
Nun fuhr auch noch der junge Beuthien mit seiner Droschke vor, der vier etwas angeheiterte junge Burschen entstiegen. Jeder von ihnen trug eine rote Nelke im Knopfloch, und auch Wilhelm war auf diese Weise geschmückt.
"Kumm mit, min Jung", rief ihn einer seiner Fahrgäste an.
"Ne, ne, lat man", sträubte er sich, sah aber den Hineinschwankenden unschlüssig nach.
Ein hübsches Dienstmädchen in hellrotem Kattunkleid und sauberer weißer
Schürze mit Spitzenlätzchen, nickte ihm im Vorübergehen wie einem alten
Bekannten zu. Die Kleine schien seinen Entschluß zu bestimmen, und er
folgte ihr schnell.
Ob er Lulu bemerkt hatte? Es schien nicht so. Diese verging fast vor
Tanzlust, Neid und Eifersucht.
Paula hatte sich neugierig bis an die Saalthür gedrängt und kam nun mit glühenden Wangen und leuchtenden Augen zurück.
"Du, ich hab auch getanzt", rief sie freudestrahlend und stolz.
"Du? Dummes Gör! Töf, dat vertell ik Vadder", schalt die Mutter.
Die Kleine wurde etwas bestürzt.