"Das ist doch wahr," behauptete Paula. "Fragt ihn doch."

Ungläubig trennte man sich.

Paula lechzte seitdem nach einer Wiederholung des wunderschönen
Walzers. Aber wie sollte sie es anstellen? Zum Ausreißen hatte sie schon
Mut, aber wenn man sie dort sähe, es ihrem Vater hinterbrächte?

Sie suchte mit Beuthien näher bekannt zu werden. Sie nickte ihm zuerst zu, wo sie ihn sah. Traf sie ihn vor seinem Stall beim Spülen der Droschken oder bei sonstiger Beschäftigung, so blieb sie keck stehen und redete ihn an.

Das erste Mal hatte er im Scherz mit der tropfenden Bürste nach ihr gespritzt. "Nu haben Sie mir meine reine Schürze naß gemacht," schalt sie ihn und zog schmollend ab. Aber schon am nächsten Tag dachte sie, ob er mich wohl wieder spritzt, und gesellte sich vorsichtig zu ihm.

Eigentlich hatte sie schon jemand, mit dem sie "ging", einen dreizehnjährigen Lümmel von Jungen, einen Schüler der Mittelschule. Aber Bernhard Prüßnitz konnte nicht mit ihr zu Tanz gehen. So machte sie sich keine Gewissensbisse daraus, sich neben dem, mit dem sie "ging," noch eines andern zu versichern, mit dem sie "tanzte."

Beuthien amüsierte sich über das Kind. Heimlich that es ihm auch wohl, daß jemand aus dem Behnschen Hause seine Freundschaft suchte. Er fragte Paula aus und freute sich, wenn die Kleine auf Lulu schalt.

"Tanzt Deine Schwester auch," fragte er sie, als sie wieder seinem
Reinigungswerk auf der Straße zusah.

"Und ob," war die Antwort. "Sie thut man immer so etepetete, aber die hat's faustdick hinter den Ohren."

Er lachte.