Die Hauptsache für sie war, sich die Schwester gut gesinnt zu erhalten.
Paulas Vertraulichkeit mit ihrem alten Tänzer hatte keine Abnahme erfahren, zur Belustigung Beuthiens, der an dem Mädchen eine willkommene Handhabe hatte, sich Lulu in allem gefügiger zu machen.
"Ich sag's Paula," drohte er, und ängstlich gab sie nach.
Paula, deren ganzes Trachten es war, nur ein einziges Mal wieder tanzen
zu können, hatte schließlich Mut gefaßt und sich an einem unbewachten
Sonntagabend davon gestohlen, ohne Hut und Jacke, um sich auf dem
Holsteinischen Baum unter die Zuschauer im Tanzsaal zu mischen, in der
Hoffnung, Beuthien dort zu treffen.
Diesen hatte sie nun nicht dort gefunden, wohl aber Bernhard Prüßnitz, der mit einem älteren Bruder, einem Sattlerlehrling, anwesend war.
Der Erkennung war eine hastige Begrüßung gefolgt.
"Ach, tanz mal mit mir," bat Paula.
"Kostet das was?"
"Ich habe zwanzig Pfennige, hier."
Sie steckte ihm das Geld zu, und dann stürzten sie sich unter die
Tanzenden, mit klopfenden Herzen und heißen Wangen.