Wilhelm war nun auch in dem Alter, wo er ans Heiraten dachte. Dann würde er, der Vater, zwischen der alten Negendank, die immer stumpfer wurde, und der jungen Schwiegertochter, die natürlich das Regiment beanspruchen würde, ärgerliche Tage haben.

Nach zehn Jahren fing er von neuem an, seine Frau zu vermissen. Wenn man
älter wird, ist das Verheiratetsein doch nicht zu schelten. Und da
Freunde dem noch immer rüstigen Mann oft, teils im Scherz, teils im
Ernst, rieten, sich doch wieder zu beweiben, hatte er sich mit dem
Gedanken vertraut gemacht.

Eilig war es ihm nicht damit. Er erwog diese und jene Partie, die ihm vorgeschlagen wurde, aber immer nur obenhin, und selbst nicht recht daran glaubend, daß noch einmal etwas daraus werden könnte.

Als er nun aber nach dem Verlust seines besten Pferdes, des auf dem Glatteis gestürzten Braunen, gänzlich die Lust am Geschäft verlor, hing er doch ernstlicher solchen Zukunftsträumen nach.

Von allen Frauen, die in Betracht kamen, gefiel ihm keine so gut wie
Frau Caroline Wittfoth. Das wäre noch eine Partie.

Die kleine lebhafte, noch recht ansehnliche Witwe sagte ihm sehr zu.
Seine Selige war gerade so quecksilbern gewesen.

Das gute Geschäft der Wittfoth war auch ein Magnet. Er machte kein Hehl daraus. Wenn er die zehntausend Mark, über die er nach Wilhelms Abfindung noch verfügen konnte, in dies Geschäft steckte, wäre das Geld gut angelegt. Und es würde ihm ein guter Fürsprecher bei seiner Werbung sein.

Als er nach langem Sinnen zu dem Entschluß gekommen war, es mit Frau Caroline zu versuchen, war die zweite Frage an ihn herangetreten. Wie fängst du das an?

Es fehlte ihm wirklich an Mut, obgleich er jeden ausgelacht hätte, der das zu behaupten wagte.

Aber dennoch war es so.