"Glöw ick, glöw ick", beruhigte Onkel Martin. "Aber de Hosten, de oll
Hosten, de geföllt mi nich."
"Ja, ich weiß gar nicht, was das mit dem Husten ist", klagte die Tante. "Das geht nun schon wochenlang so. Wir müssen wirklich mal nach'n Arzt schicken."
"Arzt! Arzt!" rief der alte Mann. "Wat sall de Keerl? Luft, frische Luft möt se hebben."
"Bei Ihnen is es auch viel zu stickig, nehmen Sie mir das nich übel", setzte er hinzu.
"O, Tante sitzt am liebsten bei offenen Thüren und Fenstern," erklärte
Therese, "aber meine Erkältung verträgt den Zug nicht."
"Soll sie auch nicht", entschied Onkel Martin. "Zug is schädlich. Aber frische Luft, de hätt noch keenen Minschen umbrögt."
"Sag ich das nicht immer?" rief Frau Caroline. "Aber alles will immer gleich sterben, wenn ich nur mal die Thür aufmach. Mir soll's gleich sein. Ich sag nichts mehr."
Nachmittags um fünf Uhr wurde das Geschäft geschlossen, das heißt, die
Vorhänge vor den Schaufenstern wurden herabgelassen. Da der einzige
Zugang zur Wohnung durch den Laden führte, mußte dieser geöffnet
bleiben.
Um nun jede Störung durch Käufer fern zu halten, hatte Tetje Jürgens den
Vorschlag gemacht, ein Plakat drucken zu lassen, mit der Aufschrift:
Dieses Geschäft ist heute von fünf Uhr Nachmittags an wegen Verlobung
der Inhaberin geschlossen.
Aber sein praktischer Vorschlag drang nicht durch.