Alles ab! Ganz nackt, die Zähne zusammen, jede Muskel krampfhaft gespannt, warf er sich in die Wellen, tauchte auf, wurde fortgerissen, strandlängs, und wieder zurück, wieder abseits, sah die Entfernung zwischen sich und dem Strand wachsen.
Er warf sich auf den Rücken, schöpfte Atem, warf sich wieder herum und begann den Kampf aufs neue.
Und es gelang ihm. Er fühlte festen Boden unter den Füssen, taumelte mechanisch weiter, fühlte sich ohnmächtig werden und fiel kraftlos vornüber.
Eine blaugrüne, schaumgekrönte, wogende See rollte über dem Watt. Die
Möwen kreisten darüber und leuchteten in der Sonne, schossen herab,
neigten ihre grossen Schwingen und stiegen mit einem leisen, pfeifenden
Laut wieder auf.
Moiken fand Randers im Schlick. Er lag auf der Seite, der Kopf hing schlaff herab, und mit den Füssen spielte noch die Flut und warf sie hin und her.
Moiken zog ihn vollends aufs Trockene. Er atmete noch. Schreiend lief sie nach Hülfe.
26.
Randers war noch sehr elend nach den Fiebernächten, mit denen er Helga erschreckt hatte. Es war ein kraftloser Druck, mit dem er ihre Hand umschloss. Sie liess ihm diese kalte Hand; sie war so kalt, dass es ihn bis ans Herz fror.
"Sie dürfen nicht gehen," sagte er.
"Ich muss. Sie wissen es. Ihr Herz ist nicht frei, ist an die
Vergangenheit gebunden. Ich will nicht, dass Sie einst bereuen."