Dem Pferde wäre nicht zu trauen, sagte der Knecht.

»Nicht bös! nicht bös!« behauptete Manuel. »Ich habe selbst Pferd.«

Dem Knecht schien der kleine selbstbewußte Manuel Spaß zu machen. Auch mochte es mit der Bösartigkeit des Pferdes nicht so arg sein. Genug, Manuel setzte es durch, daß er seinen Willen bekam.

»Es kennt mich schon,« sagte er, als das kleine hübsche Tier sich ruhig von ihm streicheln ließ. Der Knecht führte es auf den Hof und hob Manuel auf seinen Rücken. »Loslassen!« kommandierte der. Und Blanche und Lux schrien auch heftig: »Loslassen! loslassen!«

»Aber nur Schritt,« sagte der Knecht, der dem Kleinen jedoch angesehen haben mochte, daß er nicht zum ersten Male auf einem Pferderücken saß.

Blanche strahlte den kleinen Reiter ordentlich an mit ihren großen Augen und ihrem lachenden Gesicht. Lux stand mit rotem Kopf daneben und ärgerte sich, daß das Pferd überhaupt von der Stelle ging.

Jetzt fing es sogar gemächlich an zu traben und trug seinen Reiter zweimal um den ganzen Hofplatz. Manuel feuerte es mit lauten Zurufen an und schlug ihm beständig mit den Hacken in die Weichen, bis es unruhig wurde. Da griff der Knecht nach dem Zügel und gab nicht nach, er mußte herunter vom Pferd.

Lux sagte kein Wort, und sie gingen fast stumm nebeneinander heim. Blanche ärgerte sich über ihn, obgleich sie seine Verstimmung wohl verstand. Sie hätte so gern gesehen, daß sie alle drei als gute Freunde zusammen hielten, und nun konnten die Knaben sich nicht miteinander stellen. Und da sie dunkel empfand, daß es ihretwegen war, wurde sie befangen und unsicher.

Von diesem Tage an haßte Lux den fremden Knaben.