Fliegt das Männlein eine Stunde,
Eine ganze Stunde,
Kräht vor Angst wie eine Krähe,
Liegt der Jäger auf der Spähe,
Jäger mit dem Hunde.

Puff! den Vogel muss er haben,
Muss den Vogel haben.
Und das Männlein, ohne Flügel,
Saust in einen Maulwurfshügel,
Denkt, es wird begraben.

Blafft der Hund und scharrt und schnuppert,
Hat es bald erschnuppert.
Ist kein Tröpfchen Blut geflossen,
Nur sein Höschen ist durchschossen,
Und sein Herzchen bubbert.

Klopft der Jäger ihm die Kleider,
Klopft ihm ab die Kleider.
That es links und rechts umdrehen
Und den Vogel sich besehen,
Ei, da war's ein Schneider!

Idyll

Unter zarten Birkenzweigen,
Erster junger Frühlingsglanz,
Bläst der Schäfer seinen Reigen,
Doch kein Volk tritt an zum Tanz.

Nur die Schafe gehn und grasen,
Weiß und schwarz im Sonnenschein,
Und zwei aufgescheuchte Hasen
Springen quer ins Feld hinein.

Aber um die Frühlingsblüten
Tanzen bunte Falter hin,
Um die Herde mit zu hüten,
Kommt die junge Schäferin.

Lockten sie die süßen Klänge,
Lenkte sie die leichte Pflicht?
Leuchtend wie die Frühlingshänge
Lacht ihr liebliches Gesicht.

Und verstummt ist das Getöne,
Rings ein süßes Schweigen nun:
Küsst der Schäfer seine Schöne,
Müssen Pflicht und Flöte ruhn.