Obgleich wir fast alle irgendwelchen Schaden hatten, waren wir doch fröhlich über die Heimkehr. Bis hinauf nach Spanien hat die Back viel Schelmenspiele, Gesang und Narrheit gesehn; ich konnte selbst nichts dazu beitragen; ich hatte aber viele Freude daran.

Wir waren sehr froh, als wir die Küste von England wiedersahen. Gleich darauf begegnete uns das erste deutsche Schiff, ein kleiner schlanker Kreuzer unserer Marine, noch ganz neu. Er stürmte gewaltig dahin. Am Abend des anderen Tages kam uns ein Wörmanndampfer entgegen, der Mannschaft für den Feldzug gegen die Hottentotten an Bord hatte. Sie standen in ihren weiten grauen Mänteln und großen Schlapphüten an der Reeling und riefen zu uns herüber.

Am anderen Abend um fünf Uhr näherten wir uns Cuxhaven; wir sahen es deutlich im Dämmern liegen. Obgleich es schneidend kalt war, standen wir doch in unseren dicken Mänteln lange an der Reeling. Erst als es dunkle Nacht wurde, gingen wir unter Deck. Um ein Uhr in der Nacht machte das Schiff in Hamburg am Petersenkai fest; wir blieben aber die Nacht über an Bord.

Am Vormittag kam der Arzt und besah einen jeden von uns. Dann kamen zuerst die Schwerkranken von Bord; dann wir. Am Nachmittag wollte ich zur An- und Abmeldung nach Kiel fahren.

Als ich so in meiner abgetragenen, schmutzfarbenen Korduniform, mit dem sonnenverbrannten dunkeln Gesicht den Jungfernstieg entlang schlenderte, gesellte sich ein Mann in mittleren Jahren zu mir, der mich im Weitergehen dies und das fragte. Im Laufe des Gespräches kam es heraus, daß ich schon oft im Elternhause von ihm gehört hatte; denn er war von Kind an mit meinen Eltern bekannt gewesen und hatte sie neulich wieder besucht. Da fing ich an, nach Allen zu Hause zu fragen, und hörte nicht auf damit. Es war mir, als wenn ich sieben Jahre von Hause fortgewesen wäre.


Inhalt der Grote'schen Sammlung
von Werken zeitgenössischer Schriftsteller

1. Band:

Otto Glagau, Fritz Reuter und seine Dichtungen. Neue, umgearbeitete Auflage. Mit Illustrationen. Geb. 4 M.