»Ich danke,« antwortete Anton kalt; »er würde es nicht verkaufen, hast du mir eben gesagt.«

»Wenn Einer nicht will verkaufen, muß man ihn dazu zwingen,« rief Itzig.

»Du bist der Mann dazu,« sprach Anton.

»Ob ich bin der Mann, oder ob es ist ein Anderer: es ist doch zu machen, daß man kauft von jedem Menschen, was er hat. Es giebt ein Recept, durch das man kann zwingen einen Jeden, von dem man etwas will, auch wenn er nicht will.«

»Muß man ihm einen Trank eingeben,« frug Anton mit Verachtung, »oder ein Zauberkraut?«

»Tausendgüldenkraut heißt das Kraut, womit man Vieles kann machen in der Welt,« erwiederte Veitel, »aber wie man es muß machen, daß man auch als kleiner Mann kriegen kann so ein Gut, wie des Barons Gut, das ist ein Geheimniß, welches nur Wenige haben. Wer das Geheimniß hat, wird ein großer Mann, wie der Rothschild, wenn er lange genug am Leben bleibt.«

»Wenn er nicht vorher festgesetzt wird,« warf Anton ein.

»Nichts eingesteckt!« antwortete Veitel. »Wenn ich nach der Stadt gehe zu lernen, so gehe ich zu suchen die Wissenschaft, sie steht auf Papieren geschrieben. Wer die Papiere finden kann, der wird ein mächtiger Mann: ich will suchen diese Papiere, bis ich sie finde.«

Anton sah seinen Reisegefährten von der Seite an, wie man einen Menschen ansieht, dessen Verstand in der Irre lustwandelt, und sagte endlich mitleidig: »Du wirst sie nirgend finden, armer Veitel.«

Itzig aber fuhr fort, sich vertraulich an Anton drängend: »Was ich dir sage, das erzähle Keinem weiter. Die Papiere sind gewesen in unsrer Stadt, Einer hat sie gekriegt von einem alten sterbenden Bettler, und ist geworden ein mächtiger Mann; der alte Schnorrer hat sie ihm gegeben in einer Nacht, wo der Andere hat gebetet an seinem Lager, ihm zu vertreiben den Todesengel.«