»Es ist gut, daß Sie sich an uns gewandt haben,« sagte Herr Jordan; »ich hoffe, der Streit wird sich beilegen lassen; Fink ist oft rauh und kurz angebunden, aber er ist nicht malitiös.«

»Ich sehe nicht ein, wie die Beleidigung ausgeglichen werden kann, wenn ich nicht die nöthigen Schritte thue,« rief Anton finster.

»Sie wollen den Streit doch nicht vor den Prinzipal bringen?« frug Herr Jordan mißbilligend, »das würde allen Herren unangenehm sein.«

»Mir am meisten,« erwiederte Anton; »ich weiß, was ich zu thun habe, und wünsche nur vorher noch von Ihnen die Erklärung, daß Fink mich unwürdig behandelt hat.«

»Er ist Volontair,« sagte Herr Jordan, »und hat kein Recht, Ihnen Aufträge zu geben, am wenigsten in seinen Privatgeschäften mit Hasen und Rebhühnern.«

»Das genügt mir,« sagte Anton, »und jetzt bitte ich Sie, Herr Jordan, mich einen Augenblick unter vier Augen anzuhören.« Er sagte das mit so viel Ernst, daß Herr Jordan stillschweigend die Thür seiner Schlafkammer aufmachte und mit ihm eintrat. Hier ergriff Anton die Hand des Procuristen, drückte sie kräftig und sprach: »Ich bitte Sie um einen großen Dienst, gehen Sie hinab zu Herrn von Fink und fordern Sie von ihm, daß er mir morgen, in Gegenwart der Herren vom Comtoir, das abbittet, was er von beschimpfenden Ausdrücken gegen mich gebraucht hat.«

»Das wird er schwerlich thun,« sagte Herr Jordan kopfschüttelnd.

»Wenn er es nicht thut,« sagte Anton heftig, »so fordern Sie ihn von mir auf Degen oder Pistolen.«

Wenn vor Herrn Jordan plötzlich aus seiner Tintenflasche ein schwarzer Rauch gestiegen wäre, wenn dieser Rauch sich zu einem fürchterlichen Geiste zusammengeballt hätte, wie in jenem alten Märchen, und wenn dieser Geist die Absicht ausgesprochen hätte, Herrn Jordan sofort zu erdrosseln, so hätte dieser Herr nicht bestürzter dastehen können, als er jetzt unserm Helden gegenüberstand. »Sie sind des Teufels, Wohlfart,« rief er endlich, »Sie wollen sich mit Herrn von Fink duelliren, und er ist ein toller Pistolenschütz, und Sie sind Lehrling und erst seit einem halben Jahr im Geschäft, das ist ja unmöglich!«