»Es thut nichts,« versetzte Fink kaltblütig, »ich werde uns schon wieder an's Land bringen, so oder so. Sie können doch schwimmen?«

»Wie Blei,« antwortete Anton; »wenn wir umwerfen, gehe ich sicher auf den Grund, Sie werden Mühe haben, mich herauszuziehen.«

»Fassen Sie nur in keinem Falle nach meinem Körper, wenn Sie im Wasser liegen,« belehrte ihn Fink, »das wäre das beste Mittel, uns Beide unten festzuhalten; warten Sie ruhig ab, bis ich Sie in die Höhe hebe. Uebrigens wird es nicht schaden, wenn Sie sich Rock und Stiefeln ausziehen, es ist gemüthlicher im Wasser, wenn man im Negligé ist.« Anton that willig, wie ihm befohlen war.

»So ist's recht,« sprach Fink. »Im Grunde ist's ein erbärmliches Vergnügen, hier herum zu fahren. Keine Wellen, kein Wind, und zuletzt auch kein Wasser. — Da sitzen wir wieder auf dem Grund. Stoßen Sie ab. — He, Bootsmaat, was werden Sie sagen, wenn dies garstige Ufer plötzlich versinkt, und wir auf einem anständigen Meer schaukeln, Wasser bis an den Horizont, Wellen wie der Baum dort und ein herzhafter Wind, der die Ohren abbläst und die Nase schräg an die Backen legt.«

»Ich kann nicht sagen, daß ich es angenehm fände,« erwiederte Anton besorgt.

»Je nachdem,« sagte Fink, »es giebt wenig Lagen, die nicht noch viel schlechter sein könnten. Bedenken Sie, es wäre auch in diesem Fall immer noch ein glückliches Loos, daß wir diese nichtsnutzigen Faßdauben zwischen uns und dem Wasser haben. Wie aber, wenn wir selbst mit unserm Leibe in der Fluth lägen, ohne Kahn, ohne Ufer, zwischen haushohen Wellen?«

»Wenigstens ich wäre verloren,« rief Anton mit aufrichtigem Entsetzen.

»Ich sage Euch aber, ich habe einen Freund, einen guten Freund, auf den ich mich in einer Krisis gern verlasse, dem ist so etwas begegnet. Der Mann schlendert am Strande der See an einem glorreichen Abend, er beschließt zu baden, wirft seine Kleider ab und geht in's Wasser. Lustig schwimmt er in die See hinein. Die Wellen heben ihn und werfen ihn zu Thal, das Wasser ist wohlig warm, um ihn glitzert in der Abendsonne die Fluth von zehntausend bunten Farben, und über ihm lodert das goldene Licht des alten Himmels. Der Mann jauchzt vor Vergnügen.«

»Und Sie selbst waren der Mann?« frug Anton.

»Meinetwegen ja. — So schwamm ich eine Weile fort, bis ich an dem matten Schein des Himmels merkte, daß es Zeit war, mich aus der Wasserschaukel an's Land zu versetzen. Ich wandte mich um und hielt auf das Land zu, und was meint Ihr, Master Wohlfart, das ich sah?«