Armada, die. Das spanische Wort für Kriegsflotte kommt meines Wissens im Deutschen zum ersten Male vor in dem 1565 zu „Frankfurt am Mayn‟ erschienenen Buche von Leonhart Frohnsperger: „Von Kayßerlichen Kriegßrechten Malefitz und Schuldhändeln, Ordnung und Regiment‟ x. x., aus welchem ein Abdruck der die Kriegsführung zur See betreffenden Abschnitte in der Marine-Rundschau, 1898, 2. Heft mit seemännischen Anmerkungen erschienen ist.
Arsenal, das, aus dem Arabischen dar-azzana, Werkhaus, unter Carl V. und durch den damaligen lebhaften Verkehr der Deutschen mit Italien und Spanien zu uns gekommen, wie Armada (s. d.) und viele andere Mittelmeerwörter. Werkhaus erinnert an die eigentliche Bedeutung von Werft (s. d.). Nach Roeding (1794) begriff man zu seiner Zeit unter dem Namen Arsenal nicht allein die Gebäude, in welchen alle zur Ausrüstung einer Flotte erforderlichen Sachen aufbewahrt werden, sondern auch die Werftstellen, wo solche verfertigt werden, als Reepschlägereien, Segelmachereien, Stückgießereien, Ankerschmieden, Bäckereien, Schiffszimmerwerfte u. s. w.Er schreibt: „Die ältesten Arsenäle, wovon wir Nachricht haben, sind diejenigen, welche der König Salomo anlegen ließ. Eins derselben befand sich zu Joppe für seine Schiffe auf der mittelländischen See, und das andere zu Eziongeber, welches für seine Schiffe auf dem Roten Meer bestimmt war. Die Griechen und Römer hatten ebenfalls Arsenäle, wovon der letztern ihre sich zu Ravenna, Misena und Frejus, am Pontus Euxinus, am Rhein und an der Donau befanden. (Thucid. lib VII. Sueton in August. c 49, Tac. Annal. lib IV). Das berühmteste von allen See-Arsenälen ist jetzt das Venezianische, wo sogar Linienschiffe unter Dach liegen‟.
Auf und nieder, ein der Seemannssprache — auch im Holländischen (op en neer), Dänischen (op og ned) und Schwedischen (up och ned) eigentümlicher, aber die Sache sehr deutlich und anschaulich treffender Ausdruck für die Richtung in der sich ein Gegenstand befindet, die wir senkrecht oder lotrecht nennen, die Rahe ist „auf und nieder‟ (zum Aufhissen), der Anker ist „auf und nieder‟, d. h. er hängt frei am Krahnbalken, bereit entweder fallen gelassen oder gekattet zu werden. (s. Katten).
„Auf Riemen!‟ Kommando beim Bootsrudern, veranlaßt die Bootsruderer, ihre Riemen mit dem Blatt so hoch aus dem Wasser zu nehmen, daß sie in der Richtung der Duchten (s. d.) frei in die Luft hinausragen, und sie in dieser Lage, genau ausgerichtet, so lange zu halten, bis das Kommando „Ruder an!‟ kommt. Es geschieht teils zur Minderung der Fahrt, teils als Ehrenbezeugung für Offiziere, während für Kommandanten und Flagg-Offiziere „Riemen hoch!‟ kommandiert wird, worauf die Riemen senkrecht „auf und nieder‟ gehalten werden.
Aufbänken. Wenn aus irgend einem Grunde eine Zeit lang kein Dampf gebraucht wird, die Maschine aber doch bereit sein soll, baldigst wieder in Gebrauch zu treten, so werden die Feuer unter den Kesseln aufgebänkt, d. h. klein gemacht, dadurch daß man sie nicht über den ganzen Rost ausgebreitet brennen läßt, sondern in Gestalt einer schmalen Bank aufhäuft, doch so, daß sie in kurzer Zeit wieder ausgebreitet und zum vollen Brennen gebracht werden können.
Aufbrassen, s. brassen.
Aufduven, s. lenzen.
Aufentern, s. entern.
Auffangen, greifen, fassen, festmachen (skr. pàça, Strick, weil dieser „faßt!‟). Die seemännische Bedeutung ist: etwas festbinden, was lose ist, aber nicht lose sein soll und sich nicht bewegen darf. Offenbar ist das Wort in Gebrauch gekommen im Gedanken an ein sich bewegendes, im Winde oder von der Bewegung des Schiffes hin und her schlagendes Tau, das man zu fangen, zu erhaschen suchen muß; das ist die erste Bedeutung von auffangen. Aber zur Tätigkeit des Fassens gehört die des Haltens, daß das Tau nicht wieder schlagen kann; das wird verhindert durch Festbinden, welches die zweite Bedeutung von auffangen ist. Die hat sich dann dahin erweitert, daß man auch nichtschlagendes Tauwerk auffängt; wenn z. B. Deck gewaschen werden und das an Deck aufgeschossene Tauwerk nicht im Wege sein und nicht naß werden soll, wird es aufgefangen, d. h. zusammengebunden und hoch gehängt. Von hier aus ist der Begriff noch weiter und zwar so ausgedehnt worden, daß auffangen ganz allgemein für aufhangen gebraucht wird, so daß man, wenn die niederdeutsche Form opvangen dem nicht entgegen wäre, auf den Schluß kommen könnte, es müßte auffangen dasselbe wie aufhangen sein.
Auffrischen ist dasselbe Wort das auch das Neuhochdeutsche gebraucht, wenn es sagt: „Der Maler frischt das Bild auf,‟ nur daß es hier transitiv gebraucht wird, während es im Seemännischen intransitiv ist: „Der Wind frischt auf‟. Frisch ist etwas, das eben erst entstanden ist, frisches Obst, frisches Gemüse. „Es frischt auf‟ heißt also: es kommt ein neuer und zwar stärkerer Wind auf, es fängt stärker an zu wehen.