abfallen s. abhalten.

Abfahrtssignal s. Blauer Peter.

abflauen s. flau.

abfieren s. fieren.

abhalten 1. so segeln, dass das Schiff, das beim Winde segelt, raumeren (s. d.) Wind erhält, also „die Richtung des Schiffes dergestalt ändern, daß der Wind, welcher vorher auf das Vorderteil oder die Seite desselben gerichtet war, mehr von hinten in die Segel fällt‟ (Roeding). Natürlich kann man aber ein Schiff nur soweit abhalten bis der Wind recht von achtern kommt; würde das Abhalten dann noch fortgesetzt, dann würde Anluven daraus (s. d. und „Halsen‟). 2. überhaupt eine Kursveränderung vornehmen, ohne Rücksicht auf die Windrichtung, auch auf Dampfschiffen, wenn es gilt auf ein Ziel, das außerhalb der bisher gesteuerten Richtung lag, loszusteuern, z. B. abhalten auf ein begegnendes Schiff, auf ein treibendes Boot. Das Wort abhalten führt uns in die ältesten Zeiten germanischer Schiffahrt zurück, in denen man mit einem Riemen steuerte, den man frei in der Hand hatte und hielt; daher steuern im Althochdeutschen auch haban, halten hieß; abhalten also wörtlich: das Schiff von seiner alten Richtung ab in eine neue steuern. — Die Bewegung, die das Schiff macht, auf dem abgehalten wird, heisst abfallen, das Schiff fällt ab; was freilich auch manchmal ohne Abhalten, d. h. ohne Absicht, in Folge von Unachtsamkeit beim Steuern geschehen kann. — Abfallen ist fälschlich mit Abtreiben (s. d.) für eins gehalten worden. — Die Friesen gebrauchen affalle in übertragenem Sinne. „Wie täusche ich mich‟: „Ho falt my dat af‟ (Halbertsma).

abkleiden s. kleiden.

abkneifen s. abgewinnen.

ablandig, von einem Winde, der vom Lande ab nach See zu weht. Das Wort wird schon im Jahre 1400 gebraucht in einer Segelanweisung für die französische Küste: „Item van der Pleymark to Gloylande dat sind twe Kenninge; dat Kors is ostsutost up enen afflandigen wynt‟. „Item wille gy tusschen den sande doer segelen bet toe Kerkloe up enen afflandigen wint, so mote gy tusschen sunte Margreten sande unde deme lande insegeln uppe 6 offte 7 vademe unde leyden dat sant bet to Jerremode‟. (Eine Kenning war in jenen Tagen nicht nur ein Kennzeichen, sondern besonders eine gute Anseglungsmarke; hier aber ist eine gewisse Strecke Weges gemeint, drei oder vier Meilen, je nachdem ene cleyne, gude oder grote Kenning gemeint war. leyden heißt vorbeifahren).

Ablenkung s. Variation.

ablegen, gleichbedeutend mit absetzen im Sinne von: ein Boot mit einem Bootshaken so weit vom Fallreep (s. d.) oder der Landungstreppe entfernen, daß man die bis dahin hochgehaltenen Riemen fallen lassen und anrudern kann. Beide Worte, ablegen und absetzen, haben auch die allgemeine Bedeutung von abfahren, jedoch nur der gegebenen Erklärung gemäß, mit dem Boot, nie mit dem Schiff‟. „Das Boot legt um 6 Uhr von der Mole ab.‟ „Der Kutter setzt Punkt 2 Uhr von Bord ab;‟ dabei ist die für das Boot eigentlich passive Bedeutung in die aktive Rede umgewandelt. Absetzen ist etwas gebräuchlicher als ablegen.