Houari = Takelage s. sliding gunter.
Hub, der.
1. In der Hydrographie die Höhe der Flut, das Mass um das die Flut sich hebt.
2. In der Technik: Kolbenhub, Einzelhub, Hub vorwärts, Hub rückwärts, Doppelhub, Hubhöhe, Hublänge, Hubwechsel, Hubzähler etc. alles von heben, im Munde unserer seegehenden Maschinenleute dadurch etwas verundeutlicht, daß sie das b meist wie p aussprechen und Hup mit sehr langem u sagen, wodurch das Wort einen englischen Eindruck macht.
Huk, die, heißt seemännisch eine Landzunge oder Landspitze, eine etwas vorspringende Küste; sonst auch Ecke, Winkel, ferner Angel, Türangel, Fischangel im Niederdeutschen. Die Nordsee bevorzugt Huk, Huk von Logum, Huk von Holland (geschrieben hoek, ausgesprochen Huk), Fährhuk (die Stelle an der der Kriegshafen Wilhelmshaven erbaut wurde); die Ostsee bevorzugt das Spitze bedeutende — ort: Friedrichsort, Darßerort, Brüsterort. Schon im „Seebuch‟ (1400) heißt huk und huek die Spitze eines Vorgebirges, Landspitze — , „men moet den huek schuwen unde lede den by den lode uppe 5 ofte 6 vademe‟; „de wil setten unter de cape Vincentz, de sal den ersten huk laten liggen und segelen bet under den anderen huk.‟ — Kommt von der Wurzel kuc, biegen, krümmen, ist also genau genommen eine Stelle, wo man um die Ecke biegt, so daß man dann „under‟ ist wo man vorher boven war; siehe „Höhe.‟ — Auch das äußerste Ende eines Bollwerks kann man Huk nennen; vergl. Manson, Seebuch, 1735: „Wil man auch in Travemünde einsegeln, so stehen Westen bey die andern Häuser in Travemünde 3 oder 4 dwaß Häuser, unter einem Dach, so daß man von das Norderste den weissen Giebel sehen kann, bringet den Hueck vons Osten Bollwerk, und dem Giebel überein, dar ist das Tieffste Wasser.‟ — Huker ist ein breit und plump gebautes Nordseeschiff, wahrscheinlich ursprünglich ein Schiff zum Fangen von Fischen mit der Huk, der Schellfischangel.
Hulk, die, heißt jetzt ein altes, für seinen Zweck nicht mehr gebrauchtes Schiff, das als Kaserne, Werkstatt, zu Unterrichtszwecken benützt wird. Das Wort ist heruntergekommen, denn im Mittelniederdeutschen war eine Hulk oder Holk etwas ganz anderes, Höheres, nämlich ein großer Kauffahrer, den die Schiffsbesichtigungskommission, wenn es damals schon eine gegeben hätte, hätte im Auge behalten müssen, denn er war so gebaut, daß er leicht als Kriegsschiff eingerichtet werden konnte. „Unde wunnen ene af dre grote holke unde etlicke andere clene schepe.‟ „Aldus quemen dar twe grote holke.‟ „De Lübeschen hadden by der borch ein gros schip, eynen holck.‟ „Eyn schipher van Lubeke seghelde myt eneme groten holke wol geladen.‟ (Lüb. Chron.) „Dar bleff eine nye holcke van Lubeck van 300 lasten.‟ Das Geschlecht wechselt also zwischen männlich und weiblich; jetzt ist es weiblich. Kilian, der mehr nach dem Niederländischen neigt, hat die Form hulcke: koop-vaerders schip = Holcas, navis oneraria, gravis, frumentaria, lata, navigium latum vastumque. Das „Bremer Wörterbuch‟ übersetzt Holk mit Kauffahrer: „1445 fingen die Bremer einen Holck mit Ledder‟ ... „Se nehmen ock einen Holck mit Figen, Rosinen und anderen Guderen.‟ Der Name stammt ans dem Griechischen: helkein, ziehen, holke das Ziehen, holkus der Zug, so daß wir uns die Hulk ursprünglich als gezogenes, getreideltes (Fluß-)Schiff zu denken haben. Als seegehendes Schiff ist es aber bereits durch eine Urkunde König Aethelreds (978-1016) bezeugt: „si adveniat ceol vel hulcus et ibi jaceat 4 denarii ad telonium.‟
Hundewache, die, auf deutschen Kriegsschiffen die Wache von 12 bis 4 Uhr nachts. (Anderweitig wird andere Wachzeit so genannt.) Das Wort hat mit Hund nichts zu tun, sondern ist nur eine volksetymologische Anlehnung daran, etwa mit dem Gedankengang: nachts von 12 bis 4 sollte man keinen Hund in Sturm und Wetter hinausjagen. Es ist wohl eigentlich Hintewache. In ganz Deutschland sagt man für „heute Nacht‟ heint oder hint, auch heinte oder hinte, wie man für „dieses Jahr‟ heuer sagt, diesjährig heurig; Hintewache ist also = „Heutnachtwache‟; wer sie einmal gegangen ist in stürmischer Finsternis, der wird von der Form Hundewache nicht befremdet sein.
Hundspünt, der, das spitz zulaufende Ende eines Taus um das eine Art Gewebe oder Netz gelegt ist. Solche Taue läßt man in der Form eines Hundspüntes auslaufen, die man häufiger durch eine enge Öffnung stecken muß, weil sie ohne diese Vorsichtsmaßregel auf die Dauer in ihre einzelnen Duchten auseinander gehen, sich „aufrebbeln‟ würden; = penis eines Hundes. Früher war auch Hundsfott im seemännischen Gebrauch für einen kleinen Stropp. Doch wird es jetzt selten gehört, außer etwa in der Bedeutung des Schimpfwortes, das freilich auch so lange die Studenten ihren Landesvater steigen lassen nicht aus dem deutschen Sprachgebrauch schwinden wird; „ein Hundsfott der ihn schimpfen soll.‟
Hüsing, das, eine Art dicken, starken Bindfadens, eine schön fest gedrehte Schnur, ein dünnes festes Seil, eine dünne aus drei Garnen geschlagene Leine oder wie man es nennen will, der Seemann nennts eben Hüsing. Das Wort kommt nur bei den an der Nordsee wohnenden Seeleuten vor, hier aber auch bei allen, und sonst nirgends; es muß also an den Nordseeküsten seinen Ursprung haben. Doornkaat vermutet daher wohl mit Recht, daß es ursprünglich eine Leine bedeutet habe mit der die Husen oder Hausen (von denen die Hausenblase kommt) gefangen werden. Eine gewöhnliche Angelschnur genügt zu diesem Zwecke nicht und es muß also etwas stärkeres genommen werden. Diese Vermutung erhält eine wesentliche Stütze durch die Verbindung die das Wort in Groningen eingegangen ist: huzelntau, huzelingtau (z = s), wie denn auch Molena („Groningische Mundart‟) sich die Vermutung Doornkaats angeeignet hat.
Hütte, die, war lange Zeit der vornehmste Raum an Bord, auch auf Kriegschiffen, nämlich der Aufbau, das „oberste Stockwerk‟ des Hinterschiffes, also der Raum unter der Kampanje, wo die Kapitänskajüte und (die) Kammern der Offiziere waren. „Durchl. Seehelden‟: „Der gute Admiral Lieutenant Tromp ward als er von der Hütte gieng geschossen; da er niederfiel ward er wieder aufgehoben, und auf Kissen in der Hütte niedergeleget, und starb mit diesen Worten im Munde: Ich habe gethan, halt guten Muth, o Herr sey mir und diesem armen Volck gnädig.‟ Das hat sich inzwischen durch den veränderten Schiffbau geändert, man hört das Wort kaum mehr außer in Holland, aber auch da bedeutet es nicht mehr was es früher bedeutete, sondern nur „een verblyfplaats der stuurlieden en andere mindere bevelhebbers‟, also nicht grade das „Logis des Volks‟, aber doch auch nicht mehr die Kajüte des Kapitäns, sondern etwa Unteroffiziermesse. Das geht auch aus dem wahren Sinne des seemännischen Sprichworts hervor, das Lüpkes, „Seemannssprüche‟ S. 44 angeführt: „Als het in die Kajuit regent, dan druipt het in de hut.‟ Das heißt aber nicht bloß, daß, wenn die Höheren leiden, die Niederen in Mitleidenschaft gezogen werden, sondern daß es diese in verstärktem Maße trifft, wie man sagt „Aus dem Regen in die Traufe kommen‟; die Meinung ist die: Wenn der Kapitän den Steuermann in die Kajüte bittet und ihm da etwas vorhält etwa mit den Worten: „ich muß doch bitten‟, so gibt der diese „Bitte‟ mit einem saftigen Donnerwetter weiter an die Leute in der Hütte.