»Warst du nicht kürzlich in Nürnberg?« fragte der Mönch.

»Da habt Ihr recht! Ach, nun erkenn' ich Euch. Ihr habt mich nachts von der Gasse aufgelesen, nachdem ich auf der Suche nach meinem Lebensretter vor Erschöpfung zusammengebrochen war. Auf Euern Armen trugt Ihr mich in eine Herberge und reichtet mir Speis' und Trank …«

»Larifari,« unterbrach Bruder Antonius den sich mit Worten Überstürzenden unwillig, »das war sicher ein anderer. Aber erzähle mir, Bursch, wie es kam, daß du mit deiner Brotwinsel so schnell von dort verschwandest?«

»Ohne Euch Lebewohl zu sagen. Gelt, das war schlecht von mir! Aber hört, wie sich das zutrug. Der mutige Junker vertraute mir ein Ringlein an, damit ich es nach Meißen zu seiner Herzallerliebsten brächte. Und so kam es, daß ich über den einen den andern vergaß.«

»Und da kommst du erst heute mit dem Reif an?«

»Ach nein,« versetzte der Spielmann, »die Jungfrau hat längst ihren Schmuck. Ich war unterdessen schon wieder in Leipzig und habe auf der Messe zum Tanz aufgespielt. Aber ich weiß selbst nicht, warum ich wieder hierher zurückgekehrt bin …«

Der Bursche wurde rot und fing an zu stottern.

»Ich will dir's sagen, Knabe,« wandte sich Ritter Burkhard an ihn. »Du bist verliebt! Das holde Kind mit dem Ringlein hat dir's angetan. Deine blassen Wangen schreien es einem ja in die Ohren.«

Der Spielmann bekam einen puterroten Kopf und blinzelte mit den Augen wie eine Zieselmaus.

»Jaja, – der Schnaps und die verfluchte Liebe,« versetzte Bruder Antonius trocken. »Wirtschaft, Traminer!«